Glossar

181 Fachbegriffe aus Weiterbildung, KI, Führung, Resilienz, Marketing und HR — kompakt erklärt. Schlage nach, was du brauchst, und vertiefe es im passenden Lehrgang.

ABCDEFGHIJKLMNOPRSTUVWZ
181 Begriffe

A

Achtsamkeit / MBSR
Achtsamkeit (Mindfulness): absichtsvolle, nicht-wertende Aufmerksamkeit auf den gegenwärtigen Moment. MBSR (Mindfulness-Based Stress Reduction): 8-wöchiges Trainingsprogramm, entwickelt 1979 von Jon Kabat-Zinn an der University of Massachusetts Medical School.
ADKAR-Modell
Ein Phasenmodell der individuellen Change-Übernahme: Awareness (Bewusstsein) → Desire (Wunsch) → Knowledge (Wissen) → Ability (Fähigkeit) → Reinforcement (Verstärkung). Entwickelt von Jeff Hiatt (Prosci, 1998). Komplementär zu Kotter: Kotter beschreibt die organisationale Ebene, ADKAR die…
Agile
Agile bezeichnet eine iterative Arbeitsweise mit kurzen Lernzyklen, klarer Priorisierung und kontinuierlicher Anpassung, populär in Software, längst auch in Marketing, HR und Operations.
AI Agent
Ein KI-System, das eigenständig Werkzeuge nutzt, Entscheidungen trifft und Aufgaben in mehreren Schritten ausführt, etwa eine Reise buchen oder eine E-Mail-Kampagne planen.
Aktives Zuhören
Eine Gesprächshaltung und Technik nach Carl Rogers (1957), bei der der Zuhörer das Gehörte aktiv zurückspiegelt, durch Paraphrasieren, Verbalisieren von Gefühlen, offene Fragen und Pausen. Ziel ist Verstehen, nicht Antworten.
Allostatische Last
Der „Verschleißpreis“ chronischer Stressanpassung. Konzept von Bruce McEwen (Rockefeller University, 1993): Wenn das Körpersystem zu oft oder zu lange Stressantworten aktiviert, akkumuliert sich Schaden an Herz-Kreislauf, Immunsystem und Gehirn.
Allyship
Praktische Solidarität durch Personen mit struktureller Privilegierung gegenüber marginalisierten Gruppen, durch Zuhören, Bühne teilen, Intervenieren und Sponsoring. Allyship ist eine wiederkehrende Praxis, kein Identitäts-Label.
Ambidextrie (organisationale)
Fähigkeit einer Organisation, gleichzeitig bestehende Geschäftsmodelle effizient zu betreiben (Exploitation) und neue Geschäftsmodelle zu erkunden (Exploration). Konzept aus der Innovationsforschung (March 1991, O'Reilly/Tushman). Voraussetzung für nachhaltige Innovation in etablierten Unternehmen.
API (Application Programming Interface)
Eine definierte Schnittstelle, über die Software-Systeme miteinander kommunizieren, z. B. damit das CRM eine Rechnung im ERP anlegt. Heute meist als HTTPS-Aufrufe im JSON-Format (REST oder GraphQL).
Async-Work / Asynchrones Arbeiten
Arbeitsmodus, in dem Beiträge zeitversetzt erfolgen, schriftlich, per Video oder über kollaborative Dokumente, ohne gleichzeitige Anwesenheit. Gegenstück zu synchroner Arbeit (Meeting, Call). Geprägt durch Remote-First-Unternehmen wie GitLab, Doist und Automattic.
ATS (Applicant Tracking System)
Software, die den Bewerbungsprozess von Stellenausschreibung über Vorauswahl, Kommunikation, Interview-Koordination bis zur Einstellung digital abbildet. Operations-Rückgrat des Recruitings.
Audit berufundfamilie
Strategisches Management-Instrument der berufundfamilie Service GmbH (1998 von der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung gegründet) zur Zertifizierung familien- und lebensphasenbewusster Personalpolitik. Strukturierter Prozess mit externem Auditor, 8 Handlungsfeldern und 3-Jahres-Zielvereinbarungen.
Audit Trail (IT)
Lückenlose Aufzeichnung aller Aktionen in einem System: wer hat wann was getan. Pflicht in regulierten Branchen (Finanz, Health, Pharma), wichtig für Compliance, Sicherheit, Forensik. Standard in modernen IT-Systemen.
Audit-Trail
Lückenlose, manipulationssichere Dokumentation aller Änderungen an einem qualitätsrelevanten Datensatz oder Prozess: Wer hat wann was geändert, mit welchem Grund. Pflicht in regulierten Umgebungen (FDA 21 CFR Part 11, EU GMP Annex 11), in ISO 9001 als Teil der Dokumentenlenkung empfohlen.
AVV (Auftragsverarbeitungsvertrag)
Der Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV, auch ADV oder AV-Vertrag) regelt nach Art. 28 DSGVO die Datenverarbeitung zwischen Verantwortlichem und Auftragsverarbeiter. Pflicht, sobald ein externer Dienstleister personenbezogene Daten weisungsgebunden für dich verarbeitet, z. B.

B

BANI
Nachfolge-Akronym zu VUCA: Brittle (brüchig), Anxious (angsteinflößend), Non-linear (nicht-linear), Incomprehensible (schwer verständlich). Beschreibt die Welt nach Corona und Klimakrise und betont die psychologische Belastung.
BANT
Lead-Qualifizierungs-Methode aus 4 Kriterien: Budget, Authority, Need, Timeline. Entwickelt 1958 von IBM. Hilft im Erstgespräch zu prüfen, ob ein Lead überhaupt sinnvoll weiterverfolgt werden sollte.
BATNA
Best Alternative to a Negotiated Agreement, die beste Alternative, falls die laufende Verhandlung scheitert. Begriff aus Fisher & Urys „Getting to Yes" (1981). Wer seine BATNA kennt, verhandelt aus Stärke statt aus Hoffnung.
BEEG (Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz)
Bundesgesetz, das den Anspruch auf Elterngeld (staatliche Lohnersatzleistung nach der Geburt) und Elternzeit (Auszeit-Anspruch beim Arbeitgeber bis zum 3. Geburtstag, übertragbar bis zum 8. Geburtstag) regelt. In Kraft seit 2007, mehrfach reformiert.
BEM (Betriebliches Eingliederungsmanagement)
Pflichtverfahren nach §167 Abs. 2 SGB IX: Sobald Beschäftigte innerhalb von 12 Monaten länger als 6 Wochen arbeitsunfähig sind (am Stück oder addiert), muss der Arbeitgeber ein BEM anbieten. Ziele: bestehende AU überwinden, erneute AU vorbeugen, Arbeitsplatz erhalten.
BGF (Betriebliche Gesundheitsförderung)
BGF umfasst freiwillige Maßnahmen, mit denen Arbeitgeber die Gesundheit ihrer Beschäftigten fördern. Bewegung, Ernährung, Stressmanagement, Suchtprävention. Sie ist eine Säule des übergeordneten BGM, aber nicht identisch damit.
BGM (Betriebliches Gesundheitsmanagement)
BGM ist der strategische Rahmen, mit dem ein Unternehmen Gesundheit, Sicherheit und Leistungsfähigkeit seiner Beschäftigten systematisch steuert. Es umfasst drei Säulen: gesetzlichen Arbeits- und Gesundheitsschutz (ArbSchG), Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM, §167 SGB IX) und freiwillige…
Big Five Persönlichkeitsmodell
Das Big-Five-Modell beschreibt Persönlichkeit auf 5 Dimensionen: Offenheit, Gewissenhaftigkeit, Extraversion, Verträglichkeit, Neurotizismus (OCEAN). Wissenschaftlich validiertes Standardmodell der Persönlichkeitspsychologie.
Boreout
Zustand chronischer Unterforderung am Arbeitsplatz mit ähnlich belastenden Folgen wie Burnout. Konzept von Philippe Rothlin & Peter R. Werder (Schweizer Unternehmensberater, „Diagnose Boreout“ 2007). Drei Komponenten: Unterforderung, Langeweile, Desinteresse.
BPMN (Business Process Model and Notation)
Internationaler Standard zur grafischen Modellierung von Geschäftsprozessen, seit 2011 als BPMN 2.0 von der OMG (Object Management Group) gepflegt. Vier Kernelemente: Aktivitäten (Rechteck), Gateways (Raute), Events (Kreis), Sequence Flows (Pfeil).
Brokerage (Burt)
Die Vermittlungs-Position in einem Netzwerk: Du verbindest zwei Gruppen, die ohne dich nicht verbunden wären. Ronald Burt nannte das in „Structural Holes" (1992) die wertvollste Position für Karriere, Gehalt und Kreativität.
Brussels-Effekt
Der Brussels-Effekt beschreibt wie EU-Regulierung global zum Standard wird. Unternehmen ausserhalb der EU passen sich an, weil getrennte Compliance teurer wäre als globale EU-konforme Produkte. Beispiele: DSGVO, CSRD, EU AI Act.
Bullwhip-Effekt (Peitscheneffekt)
Phänomen, bei dem kleine Nachfrageschwankungen beim Endkunden sich entlang der Lieferkette stromaufwärts immer stärker verstärken. Systematisch beschrieben von Lee, Padmanabhan und Whang (Stanford, 1997). Vier Hauptursachen: Demand-Signal-Processing, Order-Batching, Preis-Schwankungen,…
Burnout
Syndrom aus drei Dimensionen, emotionale Erschöpfung, Zynismus/Distanzierung, reduzierte Leistungsfähigkeit (Maslach). Seit ICD-11 (2022) als „berufliches Phänomen“ (QD85) klassifiziert, ausdrücklich keine medizinische Diagnose, sondern ein Faktor, der den Gesundheitszustand beeinflusst.

C

Candidate Experience
Die Summe aller Eindrücke, die ein Bewerber im Kontakt mit einem Arbeitgeber sammelt, vom ersten Stellenanzeigen-Klick bis zur Zu- oder Absage. Maßstab für Employer Brand und Conversion-Rate.
CAPA (Corrective and Preventive Action)
Sammelbegriff aus dem regulierten Umfeld (FDA, ISO 13485, IATF 16949) für Korrektur- und Vorbeugemaßnahmen. Bezeichnet den dokumentierten Prozess: Abweichung erfassen → Ursache analysieren → Maßnahme umsetzen → Wirksamkeit prüfen. In ISO 9001:2015 unter Kapitel 10.2 verankert.
Change Champion
Eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter, die ohne formale Macht-Hierarchie aktiv die Veränderung in ihrer Abteilung mitträgt, als Multiplikator, Erklär-Person, Brücke zwischen Leitkoalition und Basis. Prosci nennt das auch „Change Agent“.
Chaos Engineering
Praxis, absichtlich Fehler in Produktivsystemen einzuführen, um die Resilienz zu testen und Schwachstellen vor echten Ausfällen zu finden. Netflix-Erfindung (Chaos Monkey, 2011). Standard in zuverlässigen Cloud-Systemen.
Charta der Vielfalt
Eine 2006 in Deutschland gegründete Selbstverpflichtungs-Initiative von Arbeitgebenden zur Förderung von Vielfalt am Arbeitsplatz. Über 5.400 Unterzeichner-Unternehmen und -Institutionen (Stand 2024). Definiert die 7 Diversity-Kerndimensionen, die in DE Standard sind.
Churn Rate
Anteil der Kunden, die in einer Periode kündigen (oft monatlich oder jährlich). Wichtigste Kennzahl in Subscription-Modellen. Niedrige Churn-Rate = nachhaltige Bindung. Pro Branche unterschiedlich akzeptabel.
CI/CD
Continuous Integration (CI): Code-Änderungen werden automatisch in Hauptbranch integriert, getestet. Continuous Deployment/Delivery (CD): Erfolgreich getesteter Code wird automatisch in Produktion ausgerollt. Standard moderner Software-Entwicklung.
Circle of Influence
Konzept von Stephen Covey (‚7 Habits of Highly Effective People', 1989): Unterscheidung zwischen Circle of Concern (was uns beschäftigt) und Circle of Influence (was wir beeinflussen können). Proaktive Menschen fokussieren auf den inneren Kreis und vergrößern ihn dadurch.
Cloud-First-Strategie
Eine IT-Leitlinie, nach der neue Anwendungen und Workloads standardmäßig in der Cloud entwickelt oder betrieben werden. On-Premise nur bei begründeter Ausnahme. Cloud-First ist nicht Cloud-Only: Bestands­systeme bleiben, wo sie sinnvoll laufen.
Container & Docker
Container packen Anwendungen mit allen Abhängigkeiten in eine isolierte, portable Einheit. Läuft konsistent von Entwickler-Laptop bis Produktions-Server. Docker (2013) machte das Konzept massenkompatibel. Heute Standard für moderne Software-Deployments.
Context Window
Die maximale Anzahl Tokens, die ein LLM gleichzeitig verarbeiten kann. System-Prompt, Verlauf und Antwort zusammen. Aktuelle Spitzenwerte: 200k bei Claude Sonnet, 1M bei Gemini 1.5.
CRISP-DM
Cross-Industry Standard Process for Data Mining, etablierter Prozess-Standard für Datenanalyse-Projekte. Sechs iterative Phasen: Business Understanding, Data Understanding, Data Preparation, Modeling, Evaluation, Deployment. Industrie-übergreifend genutzt.
CSDDD — Corporate Sustainability Due Diligence Directive
EU-Richtlinie zu Sorgfaltspflichten in der Lieferkette (verabschiedet 2024). Geht über das deutsche LkSG hinaus: EU-weit, gesamte Wertschöpfungskette (nicht nur Tier-1), zivilrechtliche Haftung. Gilt ab 1.000 Mitarbeitenden plus 450 Mio. Euro Umsatz.
CSRD (Corporate Sustainability Reporting Directive)
EU-Richtlinie 2022/2464, die die Nachhaltigkeitsberichterstattung großer Unternehmen verpflichtend und prüfungspflichtig macht. Berichterstattung erfolgt über die ESRS (European Sustainability Reporting Standards). Erste Anwendung für Geschäftsjahre ab 2024.
Customer Effort Score (CES)
Eine Kennzahl für die Mühe, die ein Kunde aufbringen muss, um sein Anliegen zu erledigen. Frage: „Wie viel Aufwand mussten Sie aufbringen, um dein Problem zu lösen?“. Skala 1–7 (1 = sehr geringer Aufwand). Entwickelt 2010 von CEB (heute Gartner).
Customer Lifetime Value (CLV)
Gesamtwert, den ein Kunde über die gesamte Beziehung zum Unternehmen generiert. CLV = Durchschnittlicher Umsatz pro Periode × Periodenanzahl × Bruttomarge. Wichtige Kennzahl für Customer Acquisition Cost (CAC) Entscheidungen.
Customer Satisfaction Score (CSAT)
Eine Kennzahl für Kundenzufriedenheit mit einer einzelnen Interaktion. Frage: „Wie zufrieden waren Sie mit [X]?“. Skala meist 1–5 oder 1–7. Ergebnis als Prozentsatz der Top-Boxen (4–5 bei 5er-Skala).

D

Data Lake (vs. Data Warehouse)
Ein zentraler Speicher für ROHDATEN beliebigen Formats (CSV, JSON, Bilder, Logs, Parquet), ohne vorherige Strukturierung. Im Gegensatz: Data Warehouse speichert STRUKTURIERTE, gereinigte Daten in Tabellenform für Reporting. Begriff geprägt 2010 von James Dixon (Pentaho).
Data Mesh
Architektur-Konzept für Daten: dezentrale Verantwortung, Daten als Produkt, Self-Service-Plattform, föderale Governance. Alternative zu zentralem Data-Warehouse. Zhamak Dehghani (ThoughtWorks, 2019). Vor allem in großen Organisationen interessant.
Definition of Done (DoD)
Die Definition of Done ist die verbindliche Checkliste, die ein Backlog-Item erfüllen muss, um als „fertig“ zu gelten. Sie sichert die Qualität des Increments und ist Voraussetzung dafür, dass das Increment potenziell auslieferbar ist.
Delegation Poker
Werkzeug aus Jurgen Appelos „Management 3.0“ (2010), das Delegation in 7 Stufen ausdifferenziert: 1) Tell, 2) Sell, 3) Consult, 4) Agree, 5) Advise, 6) Inquire, 7) Delegate. Pro Entscheidung wählt jeder anonym eine Stufe; Diskrepanzen werden besprochen.
DevOps
Kultur und Praxis, die Software-Entwicklung (Dev) und IT-Betrieb (Ops) verzahnt. Ziel: schnellere, zuverlässigere Software-Releases durch Automation, Zusammenarbeit, gemeinsame Verantwortung. Standard seit 2010er, basiert auf Lean und Agile.
Digital Twin (Digitaler Zwilling)
Ein digitales Abbild eines physischen Objekts, Prozesses oder Systems, gefüttert mit Echtzeit-Daten aus Sensoren. Ermöglicht Simulation, Optimierung und Vorhersage, bevor real eingegriffen wird.
DISG-Modell
Persönlichkeits-Modell mit vier Typen: Dominant (Macher), Initiativ (Mitreißer), Stetig (Beziehungsmensch), Gewissenhaft (Analytiker). Verbreitet in Sales, Networking, Führung. Basiert auf William Marston (1928), wissenschaftlich unter Big Five.
DSFA (Datenschutz-Folgenabschätzung)
Die Datenschutz-Folgenabschätzung (DSFA, englisch DPIA) nach Art. 35 DSGVO ist ein strukturiertes Verfahren zur Bewertung der Risiken einer geplanten Datenverarbeitung. Pflicht, wenn voraussichtlich ein hohes Risiko für die Rechte und Freiheiten natürlicher Personen besteht, etwa bei…

E

Earned Value Management (EVM)
EVM ist eine klassische Projektsteuerungsmethode, die Soll-Plan (PV), Ist-Kosten (AC) und tatsächlich erbrachte Leistung (EV) ins Verhältnis setzt. Sie liefert objektive Aussagen über Termin- und Kostenabweichungen und prognostiziert das Projektende.
Eat the Frog
Eine Anti-Prokrastinations-Heuristik von Brian Tracy (Buch „Eat That Frog!“, 2001): die unangenehmste oder wichtigste Aufgabe des Tages („der Frosch“) wird zuerst erledigt, vor Mails, vor Meetings, vor allem anderen.
EFQM-Modell
European Foundation for Quality Management, europäisches QM-Modell mit drei Aspekten: Ausrichtung (Vision, Mission, Strategie), Realisierung (wie wird gearbeitet), Ergebnisse (was kommt heraus). Reifegrad-Modell mit Self-Assessment, nicht zertifiziert wie ISO 9001.
Eisenhower-Matrix
Eine Priorisierungs-Methode mit vier Quadranten entlang der Achsen wichtig und dringend. Zugeschrieben US-Präsident Dwight D. Eisenhower, populär gemacht durch Stephen Covey (1989).
Embedding
Eine numerische Repräsentation von Text (oder Bild, Audio), mit der semantische Ähnlichkeit berechnet werden kann. Grundlage für RAG-Systeme und semantische Suche.
eNPS — Employee Net Promoter Score
Adaption des NPS für Mitarbeitende: ‚Wie wahrscheinlich würden Sie unser Unternehmen als Arbeitgeber weiterempfehlen?' (0-10). eNPS = %Promotoren (9-10) - %Detraktoren (0-6). Wichtige Kennzahl für Mitarbeiter-Engagement und Arbeitgebermarke.
Equal-Experience-Prinzip
Hybrid-Design-Prinzip: Wer remote ist, soll dieselbe Erfahrung haben wie wer im Büro ist, bei Meetings, Entscheidungen, Sichtbarkeit, Karriere. Geprägt im Kontext von Atlassians „Team Anywhere“-Playbook und Doists Remote-First-Praxis.
ERG (Employee Resource Group)
Freiwillige, von Mitarbeitenden geführte Netzwerke mit gemeinsamer Identität oder Anliegen (z. B. Women in Tech, LGBTQ+, BIPoC). Dienen der Sichtbarkeit, dem Networking und als Veränderungs-Motor für Diversity & Inclusion, wirksam, wenn mit Sponsor, Mandat und Budget ausgestattet.
ESG-Rating
ESG-Ratings bewerten Unternehmen nach Environmental (Umwelt), Social (Soziales) und Governance (Unternehmensführung). Hauptanbieter: MSCI, ISS, Sustainalytics, S&P Global. Beeinflusst Kapitalkosten und Investoren-Entscheidungen seit ~2018.
ETL (Extract, Transform, Load)
Ein Drei-Schritt-Prozess, um Daten aus Quellsystemen in ein Zielsystem (meist Data Warehouse) zu überführen: Extract (auslesen), Transform (bereinigen, formatieren, anreichern), Load (laden). Seit ca. 2015 verbreiteter Variante: ELT, erst laden, dann transformieren.
EVP (Employee Value Proposition)
Das Gesamtpaket aus Belohnung, Erfahrung und Sinn, das ein Arbeitgeber Mitarbeitenden im Tausch gegen ihre Energie und Loyalität anbietet, funktional, emotional und ökonomisch.

G

Gemba Walk
Japanisches Lean-Konzept: Führungskraft geht regelmäßig an den ‚Ort des Geschehens' (jap. ‚Gemba'), beobachtet Prozesse vor Ort, spricht mit Mitarbeitenden, statt nur Reports zu lesen. Wichtig für Prozessoptimierung und Mitarbeiter-Verbindung.
Getting Things Done (GTD)
Selbstmanagement-Methode von David Allen (Buch „Getting Things Done“, 2001) in 5 Phasen: Capture (alles erfassen), Clarify (klären, was es ist und ob es Aktion braucht), Organize (in Listen sortieren), Reflect (regelmäßig prüfen. Wochen-Review), Engage (mit der besten nächsten Aktion arbeiten).
Gewaltfreie Kommunikation (GFK)
Ein Kommunikationsmodell von Marshall B. Rosenberg (1934–2015) in 4 Schritten: Beobachtung, Gefühl, Bedürfnis, Bitte. Ziel: Anliegen klar äußern, ohne den anderen zu bewerten oder anzugreifen.
Glasl Eskalationsstufen
Modell der Konflikteskalation in 9 Stufen, gegliedert in 3 Phasen. Win-Win (1–3), Win-Lose (4–6), Lose-Lose (7–9). Entwickelt von Friedrich Glasl (1980, „Konfliktmanagement“). Liefert pro Stufe eine passende Intervention.
Golden Circle (Simon Sinek)
Modell von Simon Sinek (TED Talk 2009, Buch ‚Start with Why'): erfolgreiche Organisationen kommunizieren von innen nach außen, Why (Warum), How (Wie), What (Was). Klassische Unternehmen kommunizieren umgekehrt (What, How, Why). Sinek argumentiert: Why inspiriert, What informiert nur.
Growth Mindset
Konzept von Carol Dweck (‚Mindset: The New Psychology of Success', 2006): Die Überzeugung, dass Fähigkeiten durch Anstrengung und Lernen entwickelt werden können (Growth Mindset). Im Gegensatz zur Überzeugung, dass Talente angeboren und fix sind (Fixed Mindset). Hat starke Wirkung auf Lernen und Leistung.

I

Ikigai
Japanisches Konzept (生き甲斐, wörtlich ‚Wert des Lebens') für persönliche Sinnfindung. Westlich oft als Schnittpunkt von vier Bereichen dargestellt: was du liebst, worin du gut bist, wofür du bezahlt wirst, was die Welt braucht. Praktisches Werkzeug für Karriere- und Lebens-Reflexion.
Inclusive Language
Sprachgebrauch, der Menschen unterschiedlicher Identitäten, Hintergründe und Lebensrealitäten sichtbar mitdenkt und respektvoll bezeichnet, ohne stereotypisierende, herabsetzende oder ausschließende Formulierungen.
Industrie 4.0
Bezeichnung für die durchgängige Vernetzung industrieller Wertschöpfung über cyber-physische Systeme: Maschinen kommunizieren autonom miteinander, mit Werkstücken und mit Software-Systemen. 2011 in Deutschland geprägt, seither weltweit verbreitet.
Intersektionalität
Konzept der US-Juristin Kimberlé Crenshaw (1989): Diskriminierungserfahrungen mehrfach marginalisierter Personen (z. B. Schwarze Frau, queere Person mit Behinderung) sind nicht die Summe einzelner Diskriminierungen, sondern eine eigenständige Form.
Ishikawa-Diagramm / Fischgräten-Diagramm
Visuelles Werkzeug zur strukturierten Ursachenanalyse. Das Problem („Wirkung“) steht als Kopf eines Fischs rechts, die möglichen Ursachen werden als Gräten in 6 Hauptkategorien (6M) sortiert: Mensch, Maschine, Methode, Material, Mitwelt (Umwelt), Messung.
ISO 27001
Internationale Norm für Information Security Management Systems (ISMS). Definiert Anforderungen an systematisches Sicherheits-Management. Pflicht in vielen B2B-Verträgen, freiwillig zertifizierbar. Aktualisiert 2022 (Annex A).
ISO 9001
Weltweit am weitesten verbreitete Norm für Qualitätsmanagementsysteme. Aktuelle Revision: ISO 9001:2015. Über 1 Mio. Unternehmen weltweit zertifiziert. Folgt der Harmonized Structure (10 Kapitel) und basiert auf Prozessorientierung, Risiko-basiertem Denken und PDCA.

K

Kanban
Eine Methode zur Steuerung von Arbeit über ein visuelles Board mit WIP-Limits und Pull-Prinzip. Ursprung: Toyota-Produktion der 1950er. Heute Standard in Software, Marketing und Operations.
Korrelation (vs. Kausalität)
Ein statistisches Maß für den Zusammenhang zweier Variablen. Korrelationskoeffizient r liegt zwischen −1 (perfekt negativ) und +1 (perfekt positiv); 0 = kein linearer Zusammenhang. Wichtig: Korrelation beweist KEINE Kausalität.
Kotter 8-Schritte-Modell
Der meistzitierte Fahrplan für organisationale Veränderung, entwickelt von John P. Kotter (Harvard Business School) in „Leading Change“ (1996): Dringlichkeit, Leitkoalition, Vision & Strategie, Vision kommunizieren, Hindernisse abbauen, Quick Wins, konsolidieren, verankern.
KPI vs. OKR
KPI (Key Performance Indicator) misst dauerhaft Performance bestehender Prozesse (Umsatz, Konversionsrate, NPS). OKR (Objectives and Key Results) treibt zeitlich begrenzte Veränderungs-Ziele. KPI = Cockpit, OKR = Roadmap. Beide ergänzen sich, ersetzen sich nicht.
Kübler-Ross-Kurve im Change
Modell der emotionalen Phasen, die Menschen in Veränderung durchlaufen: Schock → Verneinung → Frustration/Wut → Depression/Tal der Tränen → Akzeptanz → Ausprobieren → Integration. Ursprünglich 1969 von Elisabeth Kübler-Ross für Sterbeprozesse entwickelt, von Adams, Hayes & Hopson (1976) für…
KVP — Kontinuierlicher Verbesserungsprozess
Standardinstrument im Qualitätsmanagement: in kleinen Schritten kontinuierlich verbessern und Verbesserungen nachhaltig verankern. Praktisch ist KVP ein PDCA-Zyklus nach dem anderen, verfolgt wirtschaftliche und soziale Ziele gleichzeitig.
KVP / Kaizen
Kontinuierlicher Verbesserungsprozess (deutsch) bzw. Kaizen (japanisch, „Veränderung zum Besseren“), eine Methodik und Kultur kleiner, dauerhafter Verbesserungen, beigesteuert von allen Mitarbeitern. Wurzeln im Toyota Production System (Taiichi Ohno, 1950er), popularisiert durch Masaaki Imai…

M

MEDDIC
Sales-Qualifizierungs-Framework aus 6 Komponenten: Metrics, Economic-Buyer, Decision-Criteria, Decision-Process, Identify-Pain, Champion. Entwickelt Mitte der 1990er bei PTC (Jack Napoli, Dick Dunkel) für komplexe Enterprise-Deals.
Mental Health First Aid (MHFA)
Internationales Konzept zur Mentalen Ersten Hilfe: geschulte Mitarbeitende erkennen Anzeichen mentaler Krisen, sprechen Betroffene an und vermitteln professionelle Hilfe. Analog zu körperlicher Erster Hilfe. Konzept aus Australien (2000), weltweit verbreitet.
MFA — Multi-Faktor-Authentifizierung
Sicherheits-Verfahren mit mindestens zwei unabhängigen Faktoren zur Identitäts-Bestätigung: Wissen (Passwort), Besitz (Smartphone/Token), Inhärenz (Biometrie). Verhindert >99% der typischen Account-Übernahme-Angriffe. Pflicht-Hygiene für Unternehmens-Accounts.
Microservices
Architektur-Stil, bei dem Software als Sammlung kleiner, unabhängiger Services gebaut wird, die über APIs kommunizieren, statt als ein großer Monolith. Erlaubt Teams, unabhängig zu arbeiten, deployen, skalieren. Verbreitet seit 2014 (Martin Fowler).
MLOps
Machine Learning Operations: Praktiken zur Produktiv-Setzung und Pflege von ML-Modellen in Unternehmen. Analog zu DevOps für klassische Software. Umfasst Modell-Training, Deployment, Monitoring, Retraining, Versionierung von Daten und Modellen.
Model Context Protocol (MCP)
Ein offener Standard von Anthropic (November 2024), mit dem LLMs einheitlich auf externe Tools und Datenquellen zugreifen können, das USB-C für KI-Integrationen.
MVP — Minimum Viable Product
Konzept aus der Lean-Startup-Methodik (Eric Ries): Eine erste Version eines Produkts mit minimalen Features, die echten Nutzern zur Verfügung gestellt wird, um maximales Lernen mit minimalem Aufwand zu erreichen. Nicht ‚minderwertig', sondern ‚gerade genug zum Testen'.

P

Parkinson-Gesetz
„Arbeit dehnt sich in dem Maße aus, wie Zeit für ihre Erledigung zur Verfügung steht.“ Formuliert vom britischen Historiker Cyril Northcote Parkinson 1955 in einem Economist-Artikel, später als Buch („Parkinson's Law“, 1957).
PDCA-Zyklus
Plan-Do-Check-Act: Vier-Phasen-Methode für kontinuierliche Verbesserung. Edward Deming entwickelte das Modell in den 1950ern für Toyota. Heute Standard in Qualitäts- und Prozessmanagement.
Personal Brand
Die wiedererkennbare Verbindung deines Namens mit einem klaren Thema und einer klaren Zielgruppe. Tom Peters prägte den Begriff 1997 („The Brand Called You"). Nicht zu verwechseln mit Reputation oder Sichtbarkeit.
Pflegezeit
Anspruch nach dem Pflegezeitgesetz (PflegeZG § 3) auf bis zu 6 Monate vollständige oder teilweise Freistellung zur Pflege eines nahen Angehörigen. Unbezahlt; zinsloses Bundesdarlehen möglich. Gilt in Betrieben ab 16 Beschäftigten.
Pomodoro-Technik
Zeitmanagement-Methode von Francesco Cirillo (1980er): konzentrierte 25-Minuten-Arbeitsphasen (‚Pomodori') gefolgt von 5-Minuten-Pausen. Nach 4 Pomodori längere Pause (15-30 Min). Trainiert Fokus, reduziert Prokrastination, schützt vor Überarbeitung.
Präsenteismus
Präsenteismus bezeichnet die Anwesenheit am Arbeitsplatz trotz Krankheit oder gesundheitlicher Einschränkung, bei eingeschränkter Leistungsfähigkeit. Schätzungen (Felix-Burda-Stiftung, Sainsbury Centre) gehen davon aus, dass Präsenteismus das 2- bis 3-fache der Kosten von Absentismus (AU)…
Process Communication Model (PCM)
PCM ist ein Kommunikations-Modell von Taibi Kahler (1970er). Unterscheidet 6 Persönlichkeitstypen mit unterschiedlichen Wahrnehmungs- und Stress-Mustern. Verwendet u.a. von NASA für Astronauten-Auswahl. Anwendung: Konfliktlösung, Verhandlung, Therapie.
Product-Market Fit
Zustand, in dem ein Produkt einen echten Markt-Bedarf so gut bedient, dass Wachstum organisch entsteht. Marc Andreessen prägte den Begriff 2007. Vor Product-Market Fit ist Wachstums-Investition meist Verschwendung. Danach ist Skalierung möglich.
Prompt Engineering
Die Kunst, präzise Eingabetexte für LLMs zu formulieren, sodass das Modell zuverlässige und brauchbare Ergebnisse liefert.
Pseudonymisierung
Pseudonymisierung nach Art. 4 Nr. 5 DSGVO ist die Verarbeitung personenbezogener Daten so, dass sie ohne Zusatzinformationen nicht mehr einer bestimmten Person zugeordnet werden können. Die Zuordnungs-Information wird getrennt aufbewahrt und durch TOMs geschützt.
Psychological Safety
Geteilte Überzeugung im Team, dass zwischenmenschliche Risiken (Fragen stellen, Fehler zugeben, Bedenken äußern) sicher sind. Begriff geprägt 1999 von Amy Edmondson (Harvard). Google „Project Aristotle“ identifizierte sie 2015 als den wichtigsten Faktor für Team-Performance, wichtiger als Talent,…
Psychologische Sicherheit
Überzeugung in einem Team, dass man Fragen stellen, Fehler zugeben und kritische Meinungen äußern kann, ohne soziale Bestrafung. Amy Edmondson (Harvard, 1999). Stärkster Erfolgsfaktor für Team-Performance laut Google's Project Aristotle (2015).
Pyramidenprinzip (Minto)
Strukturprinzip für Business-Kommunikation von Barbara Minto (McKinsey, 1973). Aufbau: Hauptaussage zuerst (Spitze), dann 2–5 stützende Argumente (Mitte), darunter Fakten und Daten (Basis). Jede Ebene beantwortet das „Warum?“ der Ebene darüber.

R

RACI-Matrix
Verantwortlichkeits-Matrix für Prozesse und Projekte mit vier Rollen pro Aufgabe: R (Responsible, operative Ausführung), A (Accountable, rechenschaftspflichtig, genau eine Person), C (Consulted, berät), I (Informed, wird informiert). Macht Verantwortung explizit.
RAG — Retrieval-Augmented Generation
KI-Architektur, die ein LLM (z.B. GPT-4, Claude) mit einer externen Wissensbasis kombiniert: Bei einer Frage werden zuerst relevante Dokumente aus einer Vector-Datenbank geholt, dann zusammen mit der Frage an das LLM gegeben. Reduziert Halluzinationen, ermöglicht aktuelle Daten.
RAG (Retrieval-Augmented Generation)
Verfahren, das ein LLM mit deinen eigenen Dokumenten verbindet: Das System sucht erst in deiner Wissensbasis und antwortet auf dieser Grundlage.
Regression (linear, logistisch)
Ein statistisches Verfahren, das den Zusammenhang zwischen einer Zielvariable (Y) und einer oder mehreren Einflussvariablen (X) modelliert. Lineare Regression sagt eine ZAHL voraus (z. B. Umsatz). Logistische Regression sagt eine WAHRSCHEINLICHKEIT voraus (z. B. „kauft / kauft nicht“).
REST vs GraphQL
Zwei API-Architekturen: REST (Representational State Transfer) seit 2000, etabliert, einfach. GraphQL (Facebook 2012) erlaubt flexibles Datenabrufen mit einer Query, statt mehrerer REST-Endpunkte. Wahl hängt von Use Case ab.
Reziprozität (Reciprocity)
Die soziale Norm, eine Gefälligkeit zurückzugeben. Robert Cialdini nennt sie eines der sechs Grundprinzipien der Beeinflussung. Im Networking: Wer zuerst gibt, ohne sofort etwas zurück zu erwarten, baut die stärkste Form sozialer Verpflichtung auf.
RICE-Priorisierung
RICE ist ein Framework zur Feature-Priorisierung. Score = Reach (wie viele Nutzer) x Impact (wie stark) x Confidence (wie sicher) / Effort (wie viel Aufwand). Hilft objektiv zwischen konkurrierenden Initiativen zu entscheiden.

S

SaaS
Software as a Service: Software wird über das Internet bereitgestellt und per Subscription bezahlt (monatlich/jährlich), statt einmalig gekauft und lokal installiert. Beispiele: Salesforce, Microsoft 365, Slack. Heute Standard für Business-Software.
SaaS (Software as a Service)
Software, die als Cloud-Dienst über das Internet bereitgestellt wird, gemietet statt gekauft, gehostet beim Anbieter, abgerechnet meist pro Nutzer/Monat. Beispiele: Microsoft 365, Salesforce, Slack, DATEV Unternehmen Online.
Sandbagging (im OKR-Kontext)
Anti-Pattern bei Zielsystemen wie OKR: Mitarbeitende setzen sich absichtlich niedrige Ziele, um sie sicher zu erreichen. Oft weil Zielerreichung an Bewertung oder Bonus gekoppelt ist. Killt den Sinn ambitionierter Zielsetzung.
SBI-Modell (Situation-Behavior-Impact)
Das SBI-Modell strukturiert Feedback in drei Schritten: konkrete Situation benennen, beobachtetes Verhalten beschreiben (ohne Interpretation), Wirkung erklären. Entwickelt vom Center for Creative Leadership 1990er, reduziert Verteidigung um 50 %.
Scope 1, 2, 3 (GHG Protocol)
Die drei Emissionsbereiche der Treibhausgas-Bilanz nach GHG Protocol. Scope 1: direkte Emissionen aus eigenen Quellen. Scope 2: indirekte Emissionen aus eingekaufter Energie. Scope 3: alle übrigen indirekten Emissionen entlang der Wertschöpfungskette (15 Kategorien).
SCOR-Modell (Supply Chain Operations Reference)
Internationales Referenzmodell für Supply-Chain-Prozesse und -Kennzahlen, herausgegeben von APICS/ASCM. Strukturiert SCM in 6 Hauptprozesse (Plan, Source, Make, Deliver, Return, Enable) und 5 Performance-Attribute (Reliability, Responsiveness, Agility, Cost, Asset Efficiency).
Scrum
Ein agiles Framework mit festen Rollen (Product Owner, Scrum Master, Team), Events (Sprint, Daily, Review, Retro) und Artefakten (Backlog, Sprint-Goal, Increment). Definiert im Scrum Guide.
SEO (Search Engine Optimization)
Suchmaschinenoptimierung, die Praxis, Websites so zu gestalten, dass sie für relevante Suchanfragen in organischen Suchergebnissen möglichst weit oben erscheinen. SEO 2026 umfasst drei Säulen: (1) On-Page-SEO (Inhalt, Struktur, Meta-Tags, interne Verlinkung), (2) Technical SEO (Crawlability, Core…
SERP (Search Engine Results Page)
Die Ergebnis-Seite, die Suchmaschinen wie Google nach einer Anfrage anzeigen. Eine moderne SERP enthält selten nur die klassischen 10 blauen Links, sie kombiniert AI Overviews, Featured Snippets, People-Also-Ask-Boxen, Video-Karussells, Knowledge Panels, Local Packs, Shopping Ads und organische…
Servant Leadership
Führungsstil, in dem die Führungskraft primär dem Team dient: Hindernisse beseitigen, Wachstum fördern, Sinn vermitteln. Konzept geprägt 1970 von Robert K. Greenleaf in „The Servant as Leader“. Studien (Eva et al.
SIPOC (Suppliers, Inputs, Process, Outputs, Customers)
Eine 5-Spalten-Darstellung, die einen Prozess in 30 Minuten auf eine Seite bringt. Spalten von links nach rechts: Suppliers (wer liefert?), Inputs (was geht rein?), Process (4–7 High-Level-Schritte), Outputs (was kommt raus?), Customers (wer empfängt?).
Six Sigma (DMAIC, Black Belt)
Datenbasierte Methodik zur Reduktion von Prozess-Streuung auf maximal 3,4 Fehler pro Million Möglichkeiten (= 6 Standardabweichungen vom Mittelwert bis zur Toleranzgrenze). 1986 bei Motorola von Bill Smith entwickelt, 1995 bei GE durch Jack Welch zum Konzern-Standard.
SLA — Service Level Agreement
Vertrag zwischen Dienstleister und Kunde mit messbaren Leistungs-Versprechen. Typische SLA-Inhalte: Verfügbarkeit (Uptime), Reaktionszeit, Lösungszeit, Konsequenzen bei Nicht-Erfüllung (Bonus/Malus). Standard in IT- und Cloud-Verträgen.
Soziokratie (Sociocracy)
Organisations-Modell mit selbstorganisierten Kreisen, Konsent-Entscheidungen (statt Konsens), doppelter Verkopplung zwischen Kreisen und offenen Wahlen. Wurzeln in den Niederlanden (Kees Boeke 1926, Gerard Endenburg 1970).
SPIN-Selling
Fragetechnik für komplexe Verkäufe, entwickelt von Neil Rackham (1988). Vier Fragetypen in Reihenfolge: Situation, Problem, Implication, Need-Payoff. Basis: 35.000 ausgewertete Verkaufsgespräche bei Xerox, IBM und anderen.
Spotify-Modell
Organisations-Konzept aus dem Whitepaper „Scaling Agile @ Spotify“ (Henrik Kniberg & Anders Ivarsson, 2012). Vier Bausteine: Squad (kleines, autonomes Produkt-Team), Tribe (Zusammenschluss verwandter Squads, max. 100 Personen / Dunbar-Zahl), Chapter (fachliche Linie über Squads hinweg, z. B.
Sprint
Ein Sprint ist die zeitlich begrenzte Iteration in Scrum (1–4 Wochen, typisch 2), in der das Team ein potenziell auslieferbares Increment erzeugt. Er ist das umschließende Event, das alle anderen Scrum-Events enthält.
STAR-Methode (Situation-Task-Action-Result)
STAR ist ein Strukturformat für Verhaltens-Interviews (Behavioral Interviews). Bewerber beantworten Fragen mit Situation, Task (Aufgabe), Action (Handlung), Result (Ergebnis). Reduziert subjektive Bewertung um 25-30 %.
Stay Interview
Strukturiertes Gespräch mit aktiven Mitarbeitenden über Verbleibgründe und Wünsche: Gegenstück zum Exit-Interview, aber präventiv. Klärt: Was hält dich? Was würde dich zum Gehen bringen? Wirksamster Retention-Hebel im HR.
Strong Ties
Enge Bindungen. Menschen, mit denen du wöchentlich oder häufiger Kontakt hast. Liefern Vertrauen, emotionale Unterstützung und tiefes Feedback. Komplementärer Begriff zu Weak Ties (Granovetter 1973).

T

T-Shaped Skills
T-Shaped Skills beschreiben Profile mit einer tiefen Fach-Expertise (vertikaler Balken) plus breiten Anschluss-Fähigkeiten in benachbarte Domains (horizontaler Balken). Standard-Profil für cross-funktionale Teams in agilen Organisationen.
Talent Pipeline
Strategische Reserve von potenziellen Kandidaten für zukünftige Stellen. Wird durch aktives Sourcing, Beziehungs-Pflege und Talent-Pools aufgebaut. Verkürzt Time-to-Hire und sichert Qualität.
Technostress
Psychische und körperliche Belastung durch den Umgang mit digitalen Technologien. Begriff geprägt von Craig Brod (1984), empirisch operationalisiert von Ragu-Nathan et al. (2008) über fünf „Technostress-Creator“.
Time-Boxing
Eine Planungstechnik, bei der für jede Aufgabe ein festes Zeitfenster („Box“) im Kalender reserviert wird. Die Box ist nicht verhandelbar: Wenn die Zeit abläuft, wird die Aufgabe abgegeben oder neu terminiert, nicht verlängert.
Tokenization
Der Prozess, mit dem ein LLM Text in kleine Einheiten (Tokens) zerlegt, meist Wortstücke. Übliche Verfahren sind Byte-Pair Encoding (BPE) und WordPiece. 1 Token ≈ 0,75 deutsche Wörter.
TOM (Technisch-organisatorische Maßnahmen)
TOMs sind alle technischen und organisatorischen Maßnahmen, mit denen ein Verantwortlicher die Sicherheit personenbezogener Daten gewährleistet. Pflicht nach Art. 32 DSGVO. du musst risikoangepasst sein und werden im AVV (Art. 28) und im Verarbeitungsverzeichnis (Art. 30) dokumentiert.
Topic Cluster
Eine SEO-Content-Struktur, die ein Thema in eine zentrale Pillar-Page (breites Thema) und 8–30 Spoke-Artikel (vertiefende Subthemen) gliedert, alle reziprok intern verlinkt. Topic Cluster wurden 2017 von HubSpot etabliert und sind seit Googles BERT-Update (2019) und Helpful-Content-Update…
Touchpoint
Ein Touchpoint (Berührungspunkt) ist jede Interaktion zwischen Kunde und Unternehmen, physisch, digital oder menschlich. Eine B2B-Journey umfasst typischerweise 20–40 Touchpoints, B2C oft über 50.
TQM — Total Quality Management
Umfassender QM-Ansatz, bei dem ALLE im Unternehmen mitverantwortlich für Qualität sind. Erweitert die vier klassischen QM-Phasen um sieben ISO-Grundsätze (Kundenorientierung, Führung, Engagement, Prozessansatz, Verbesserung, faktengestützte Entscheidung, Beziehungsmanagement).
Transformer
Eine 2017 von Google veröffentlichte neuronale Netzarchitektur, die mit Self-Attention parallel Kontext erfasst. Basis aller modernen LLMs wie GPT-4, Claude und BERT.