SIPOC (Suppliers, Inputs, Process, Outputs, Customers)
Eine 5-Spalten-Darstellung, die einen Prozess in 30 Minuten auf eine Seite bringt. Spalten von links nach rechts: Suppliers (wer liefert?), Inputs (was geht rein?), Process (4–7 High-Level-Schritte), Outputs (was kommt raus?), Customers (wer empfängt?).
SIPOC entstand in der Total-Quality-Management-Bewegung der 1980er und wurde durch Six Sigma popularisiert. Heute ist es Standard-Werkzeug für jede Prozess-Aufnahme, schlicht, schnell, ohne Tool-Bedarf.
Erstellungs-Reihenfolge: outside-in
Anders als die Spalten-Reihenfolge wird SIPOC nicht von links nach rechts erstellt, sondern outside-in: erst Process (Mitte) mit 4–7 Schritten, dann Outputs (was verlässt den Prozess?), dann Customers (wer braucht die Outputs?), dann Inputs (was geht rein?), zuletzt Suppliers (von wem?). Diese Reihenfolge zwingt zum kundenorientierten Denken.
Wann SIPOC der richtige Werkzeug ist
Am Start eines Six-Sigma-Projekts (DMAIC-Define). Vor Workshops mit mehreren Abteilungen, um Scope zu klären. Bei ISO-9001-Audits zur Prozesslandschaft-Strukturierung. Vor der detaillierten BPMN-Modellierung, als High-Level-Übersicht. Nicht für detailliertes Modellieren mit Entscheidungslogik gedacht, dafür BPMN.
Häufige Fehler
Zu detailliert (Process-Spalte mit 20 Schritten), dann ist es kein SIPOC mehr. Outputs und Inputs verwechseln. Interne Customers vergessen (z. B. Controlling, das den Buchungsbeleg braucht). SIPOC als Endprodukt verstehen statt als Startpunkt für weitere Modellierung.
Beispiele aus der Praxis
Beispiel Rechnungsfreigabe: Suppliers: Lieferant, Einkäufer. Inputs: Rechnung (PDF), Bestellnummer, Lieferschein. Process: Eingang erfassen → Bestellabgleich → Sachfreigabe → Kontierung → Buchung. Outputs: Buchungsbeleg, Zahlungsanweisung. Customers: Lieferant (Zahlung), Buchhaltung (Beleg), Controlling (Kostenstelle).
Beispiel Onboarding: Suppliers: HR, IT, Facility Management, Fachabteilung. Inputs: Unterschriebener Vertrag, Stellenbeschreibung, Hardware-Anforderung. Process: Vertragsdaten erfassen → Hardware bestellen → Arbeitsplatz einrichten → Tag 1 begleiten → 30-Tage-Check-In. Outputs: einsatzbereiter Mitarbeiter, IT-Zugänge. Customers: Fachabteilung, Mitarbeiter, HR-Compliance.
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