Ambidextrie (organisationale)
Fähigkeit einer Organisation, gleichzeitig bestehende Geschäftsmodelle effizient zu betreiben (Exploitation) und neue Geschäftsmodelle zu erkunden (Exploration). Konzept aus der Innovationsforschung (March 1991, O'Reilly/Tushman). Voraussetzung für nachhaltige Innovation in etablierten Unternehmen.
Der Begriff Ambidextrie (lateinisch ‚beidhändig') wurde 1991 von James March in seinem Aufsatz ‚Exploration and Exploitation in Organizational Learning' eingeführt. Hauptidee: Unternehmen müssen zwei sehr unterschiedliche Modi gleichzeitig beherrschen, bewährtes Geschäft effizient ausführen UND neue Möglichkeiten erkunden.
Diese Spannung ist schwierig, weil beide Modi unterschiedliche Strukturen, Kulturen, Kennzahlen brauchen. Exploitation will Effizienz, Skalierung, Standardisierung. Exploration will Experimente, Fehler-Toleranz, Geschwindigkeit. In klassischen Organisationen dominiert Exploitation, Exploration wird erstickt.
Lösungs-Ansätze: Strukturell (eigene Innovationseinheiten mit eigenen Regeln, z.B. Skunk Works, Innovation Labs), zeitlich (Mitarbeitende widmen X Prozent ihrer Zeit Exploration, z.B. Google's berühmte 20%-Regel), oder kontextuell (Mitarbeitende switchen je nach Aufgabe zwischen Modi). Erfolgreiche ambidextere Organisationen: Toyota, Amazon, IBM.
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