Kanban
Eine Methode zur Steuerung von Arbeit über ein visuelles Board mit WIP-Limits und Pull-Prinzip. Ursprung: Toyota-Produktion der 1950er. Heute Standard in Software, Marketing und Operations.
Kanban macht Arbeit sichtbar: Jede Aufgabe ist eine Karte, jede Spalte ein Schritt im Prozess (z. B. Backlog → In Arbeit → Review → Fertig). Statt Aufgaben zuzuweisen, ziehen Teammitglieder die nächste Karte, sobald sie Kapazität haben, das ist das Pull-Prinzip.
Die drei Grundregeln
1. Arbeit visualisieren, physisches Board oder Tool wie Jira, Trello, Linear. 2. WIP (Work in Progress) limitieren, z. B. max. 3 Karten pro Person in der Spalte In Arbeit. 3. Flow managen. Engpässe identifizieren, statt Auslastung optimieren. Anders als Scrum kennt Kanban keine Sprints und keine festen Rollen. Karten fließen kontinuierlich durch.
Beispiele aus der Praxis
Beispiel Support-Team: Ein 5-köpfiges Support-Team setzt WIP-Limit von 2 Tickets pro Person. Resultat: Durchschnittliche Bearbeitungszeit (Cycle Time) sinkt von 4,2 auf 1,8 Tage, weil weniger parallel angefangen und mehr abgeschlossen wird.
Beispiel Recruiting: HR visualisiert Kandidaten über Spalten Sourcing → Screening → Interview → Offer → Onboarding. WIP-Limit von 8 Interviews pro Woche verhindert, dass Kandidaten 3 Wochen auf Rückmeldung warten.
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