Chaos Engineering
Praxis, absichtlich Fehler in Produktivsystemen einzuführen, um die Resilienz zu testen und Schwachstellen vor echten Ausfällen zu finden. Netflix-Erfindung (Chaos Monkey, 2011). Standard in zuverlässigen Cloud-Systemen.
Klassisch: man hofft, dass das System bei Ausfällen funktioniert, weiß es aber nicht sicher. Chaos Engineering dreht das um: man verursacht absichtlich Ausfälle (Server abschalten, Netzwerk-Latency erhöhen, Datenbank langsam machen) und beobachtet, ob das System wie erwartet reagiert.
Netflix führte das mit dem 'Chaos Monkey' 2011 ein: ein Tool, das zufällig Production-Server abschaltet. Wer denkt, das sei verrückt, hat den Punkt verfehlt: nur durch echtes Chaos lernt man, ob die Architektur wirklich resilient ist. Heute Standard in vielen Cloud-Setups (Gremlin, Litmus, AWS Fault Injection Simulator).
Chaos Engineering ist kein Selbstzweck. Pflicht-Voraussetzungen: gute Observability (sonst sieht man die Auswirkungen nicht), Roll-back-Mechanismus, klare Hypothesen ('Wenn Service X ausfällt, dann übernimmt Service Y in 30 Sekunden'). Ohne diese Voraussetzungen: nicht starten.
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