Vertrieb & Verhandlung

7 Verhandlungs-Pattern aus dem Harvard-Konzept

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In einem Satz

Die Pattern: 1) Menschen und Problem trennen, 2) auf Interessen statt Positionen fokussieren, 3) Optionen zum gegenseitigen Nutzen erfinden, 4) objektive Kriterien anwenden, 5) BATNA kennen, 6) ZOPA suchen, 7) Beziehung pflegen, auch wenn keine Einigung erreicht wird.

Die Harvard Negotiation Project Methode unterscheidet sich von „weichem" (immer nachgeben) und „hartem" (immer hart bleiben) Verhandeln durch ein drittes Prinzip: sachbezogenes Verhandeln. Hart in der Sache, weich zur Person.

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1. Menschen und Problem trennen

Das Gegenüber ist nicht das Problem, das Problem ist das Problem. Wer Frust personalisiert, verbaut sich Lösungen. Praktisch: vor dem nächsten Satz fragen „beschreibe ich gerade die Sache oder werte ich die Person?"

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2. Interessen statt Positionen

Eine Position ist das, was jemand will. Ein Interesse ist, warum. Klassisch: 2 Schwestern streiten um eine Orange (Position). Eine will Saft, eine will Schalen für Marmelade (Interesse), beide bekommen alles. Frage: „Warum ist das wichtig für Sie?"

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3. Optionen zum gegenseitigen Nutzen erfinden

Brainstorming vor Bewertung. Erst möglichst viele Varianten erfinden, ohne sofort über Machbarkeit zu urteilen, danach gemeinsam bewerten. Wer zu früh bewertet, killt die kreativen Lösungen.

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4. Objektive Kriterien anwenden

Statt „Ich will" gegen „Ich will": Auf ein neutrales Kriterium einigen. Marktpreis, Gerichtsurteile, Industriestandard, Fairness-Norm. Damit verlagert sich der Streit von Willenskampf auf gemeinsame Recherche.

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5. BATNA kennen

Best Alternative to Negotiated Agreement: was passiert, wenn diese Verhandlung scheitert? Ohne starke BATNA verhandelst du aus Schwäche. Wer alternative Lieferanten, alternative Käufer, alternative Lösungen hat, kann ruhig nein sagen.

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6. ZOPA finden

Zone of Possible Agreement: Bereich zwischen deinem Reservation Point und dem der Gegenseite. Ohne ZOPA gibt es keinen Deal. Erste Aufgabe in jeder Verhandlung: ZOPA grob schätzen, sonst verhandelt man die falsche Sache.

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7. Beziehung > einzelner Deal

Im B2B begegnet man sich öfter. Wer einmal hart gewinnt und die Beziehung verbrennt, verliert über Jahre. Faustregel von Ury: jede Verhandlung so führen, dass das Gegenüber freiwillig wieder mit dir verhandelt.

Fazit

Die wichtigste Übung

Nach jeder echten Verhandlung: 10 Minuten Debrief. Welches Pattern habe ich angewandt? Wo bin ich in Position-statt-Interesse zurückgefallen? Wo war mein BATNA schwächer als geglaubt? Lern-Loop schließt sich, sonst wiederholst du dieselben Fehler.

FAQs

Funktioniert das Harvard-Konzept auch in harten Verhandlungen?
Ury hat 1991 das Buch „Getting Past No" nachgelegt, genau für aggressive Gegenseiten. Kernstrategie: nicht reagieren, Position des Gegenübers re-framen, goldene Brücke bauen. Wer nicht eskaliert, zwingt das Gegenüber zur Sachebene zurück.
Was unterscheidet das Harvard-Konzept von Chris Voss' Ansatz?
Harvard betont Win-Win-Logik und gemeinsame Wertschöpfung. Voss kommt aus dem FBI-Geiselverhandlungsbereich und arbeitet mit emotionaler Steuerung, taktischer Empathie und kalkulierten „Nein"-Antworten. In der Praxis kombinieren Profi-Verhandler beide Schulen.
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