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EU AI Act · Compliance

KI-Richtlinie für Unternehmen – 7 Bausteine plus Word-Vorlage

Zuletzt aktualisiert:
In einem Satz

Eine KI-Richtlinie regelt sieben Punkte: zulässige Tools, Datenschutz, Urheberrecht, Transparenzpflicht, Verantwortlichkeiten, Schulungen und Dokumentation. Vorgeschrieben ist sie nicht, sie kann aber ein Baustein der Maßnahmen nach EU AI Act Art. 4 sein (KI-Kompetenz, anwendbar seit 2. Februar 2025).

Wenn deine Mitarbeitenden ChatGPT, Copilot oder Claude nutzen, und das tun sie längst, brauchst du eine Richtlinie. Nicht aus Bürokratie, sondern weil du sonst Datenschutz-, Urheberrechts- und Haftungsrisiken nicht steuern kannst. Diese 7 Bausteine decken den Mindestumfang ab.

1

Zulässige KI-Tools (Whitelist)

Liste explizit freigegebene Tools, z. B. Microsoft 365 Copilot, ChatGPT Enterprise, Claude Team. Verbiete kostenlose Consumer-Varianten (Free-ChatGPT, Gemini Free), die Eingaben fürs Modelltraining nutzen dürfen.

2

Datenschutz und vertrauliche Daten

Keine Kundennamen, Vertragsinhalte, Finanzzahlen oder Gesundheitsdaten in Prompts. Verweis auf DSGVO Art. 5 (Zweckbindung) und Art. 32 (Sicherheit). Ausnahme nur mit AVV/DPA des Anbieters.

3

Urheberrecht und Output-Nutzung

KI-Outputs sind in Deutschland nicht eigenständig urheberrechtlich geschützt (BGH-Linie, OLG-Rechtsprechung 2024). Klare Regel: Substanziell überarbeiten, keine 1:1-Übernahme aus Stockbild-Generatoren ohne Lizenzcheck.

4

Transparenzpflicht

Art. 50 verlangt keine pauschale Kennzeichnung aller Marketinginhalte. Für Betreiber bestehen Offenlegungspflichten insbesondere bei Deepfakes und bestimmten Texten zu Angelegenheiten öffentlichen Interesses; gesetzliche Ausnahmen sind zu beachten. Auch intern sinnvoll: KI-erstellte Berichte als solche markieren.

5

Verantwortlichkeiten

Benenne eine zentrale Ansprechperson (AI-Officer, oft im IT- oder Compliance-Bereich). Sie verantwortet Tool-Auswahl, Schulungen und das Risikoregister für Hochrisiko-KI nach Art. 6.

6

Maßnahmen zur KI-Kompetenz

EU AI Act Art. 4 verpflichtet seit Februar 2025 zu Maßnahmen, die „die Entwicklung der KI-Kompetenz" des Personals unterstützen. Ein bestimmtes Niveau muss niemand garantieren. Form: offen, eine dokumentierte Schulung ist der übliche Weg.

7

Dokumentation und Audit

Führe ein einfaches Register: welche KI-Systeme werden wo eingesetzt, welcher Risikoklasse (Art. 6) gehören sie an, wann wurde zuletzt geschult. Bei Audit oder Datenschutzvorfall ist das die erste Nachfrage.

Fazit

Die Word-Vorlage gibt es als Lead-Magnet, anpassbar für KMU bis Mittelstand. Tiefer ins Thema einsteigen kannst du im Lehrgang Manager für angewandte KI-Transformation (IHK), Modul 8 widmet sich vollständig der EU AI Act Compliance.

FAQs

Brauchen auch kleine Unternehmen eine KI-Richtlinie?
Die Pflicht zu Maßnahmen zur Unterstützung der KI-Kompetenz aus EU AI Act Art. 4 gilt unabhängig von der Unternehmensgröße. Eine schriftliche Richtlinie ist nicht vorgeschrieben, kann die eigenen Maßnahmen aber nachvollziehbar machen.
Reicht es, ChatGPT zu verbieten?
Verbote schaffen Schatten-IT. Besser: freigegebene Enterprise-Tools mit AVV anbieten und klare Nutzungsregeln formulieren.
Frameworks praktisch anwenden

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