Betriebliches Gesundheitsmanagement

BGM vs. BGF: Was unterscheidet die beiden Begriffe?

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Die drei Säulen des BGM

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales sowie die Gemeinsame Deutsche Arbeitsschutzstrategie (GDA) definieren BGM als Zusammenspiel von drei Pflicht- bzw. Kann-Bereichen: (1) Arbeits- und Gesundheitsschutz nach ArbSchG, gesetzliche Pflicht, inklusive Gefährdungsbeurteilung nach §5 ArbSchG. (2) Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) nach §84 Abs. 2 SGB IX. Pflicht ab 6 Wochen Arbeitsunfähigkeit innerhalb von 12 Monaten. (3) Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF), freiwillige Angebote zur Verhaltens- und Verhältnisprävention.

BGF · die freiwillige Säule

BGF meint konkrete Angebote: Rückenschule, Yoga, Resilienz-Trainings, gesunde Kantine, Bewegungspausen, ergonomische Beratung. Träger sind oft Krankenkassen (§20b SGB V, gesetzlicher Auftrag mit Pflichtbudget) oder externe Anbieter. Wichtig: BGF ist nicht reguliert. Qualität schwankt stark. Ein Yoga-Kurs ohne Bedarfsanalyse ist BGF; ob er Wirkung hat, ist eine andere Frage.

BGM · der strategische Rahmen

BGM ergänzt BGF um Strategie und Steuerung: Bedarfsanalyse (Krankenstands-Daten, Mitarbeiterbefragung, Gefährdungsbeurteilung), Zieldefinition, Maßnahmenplanung, Evaluation. Ohne BGM ist BGF Aktionismus, mit BGM wird sie wirksam. Typisches BGM-Steuerungsorgan: ein Steuerkreis aus Geschäftsführung, Personal, Betriebsrat, Sicherheitsfachkraft, Betriebsarzt.

Praktischer Unterschied: Steuern und Förderung

Nur zertifizierte BGF-Maßnahmen nach §20 SGB V fallen unter den 600€-Steuerfreibetrag (§3 Nr. 34 EStG). BGM-Strukturkosten, etwa das Gehalt einer BGM-Beauftragten, Beratungs- oder Software-Kosten, sind reguläre Betriebsausgaben, aber kein steuerfreier Sachbezug. Krankenkassen bezuschussen BGF nach §20b SGB V mit ca. 3,30€ pro Versicherten und Jahr (Stand 2024), auch nur für zertifizierte Maßnahmen.

Wann reicht BGF, wann braucht es BGM?

Unter 50 Mitarbeitenden reicht oft strukturierte BGF mit Krankenkassen-Begleitung. Ab 100–150 Mitarbeitenden lohnt ein eigenes BGM-System mit Steuerkreis und Kennzahlen. Ab 250 Mitarbeitenden ist eine zertifizierte Person (z. B. Fachkraft BGM IHK) sinnvoll, um Aufsichts-, Förder- und Wirkungsanforderungen sauber zu erfüllen. Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine Rechtsberatung. Steuer- und Sozialversicherungsfragen mit Steuerberater klären.

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