Accessibility

Was muss ich für Barrierefreiheit von Webseiten ab 2025 beachten?

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Rechtliche Grundlage

BFSG (Barrierefreiheits-stärkungs-Gesetz) setzt EU-Richtlinie 2019/882 (European Accessibility Act) in DE-Recht um. Tritt am 28. Juni 2025 in Kraft. Geltungsbereich: B2C-Produkte + Dienste.

Wer betroffen ist

  • B2C-Webseiten + Apps.

  • E-Commerce-Shops.

  • Banking + Geldautomaten.

  • Personenbeförderung (Tickets, Apps).

  • E-Books + Lesegeraete.

  • Smartphones + Tablets als Endgeraet.

  • B2B ausgenommen.

  • Kleinst-Unternehmen (< 10 MA + Umsatz unter 2 Mio EUR) befreit.

Standard: WCAG 2.1 AA

  • 4 Prinzipien: wahrnehmbar, bedienbar, verständlich, robust.

  • Konkrete Erfolgskriterien.

  • AA-Level ist Standard (AAA wäre strikter).

  • Aktualisierung auf WCAG 2.2 in Diskussion.

Pflicht-Anforderungen

  1. Tastatur-Bedienbarkeit: alle Funktionen ohne Maus.

  2. Screen-Reader-Kompatibilitaet: semantisches HTML.

  3. Farb-Kontrast: 4.5:1 für Text, 3:1 für Icons.

  4. Alternativ-Texte für Bilder.

  5. Untertitel für Videos.

  6. Verständliche Sprache + Struktur.

  7. Vergroesserung auf 200 % ohne Verlust.

  8. Fokus sichtbar.

Praktische Prüfung

  • Automatisierte Tools: axe DevTools, WAVE, Lighthouse.

  • Manuelle Prüfung: Tastatur-Navigation, Screen-Reader (NVDA, JAWS).

  • Echte Tests mit Menschen mit Behinderung.

  • Prüfung pro Release / Sprint.

  • Accessibility-Statement publik.

Typische Fehler

  • Bilder ohne alt-Text.

  • Form-Felder ohne Label.

  • Niedriger Kontrast bei Grau-auf-Weiss.

  • Nur Maus-Hover-Bedienung.

  • PDF nicht barrierefrei.

  • Cookie-Banner nicht keyboard-zugänglich.

Konsequenzen bei Verstoss

  • Bussgeld bis 100k EUR.

  • Abmahnung durch Verbraucher- oder Behinderten-Verbände.

  • Marktüberwachung durch Behörden.

  • Wettbewerbsrechtliche Folgen.

  • Reputations-Schaden.

Implementation

  1. Status-Audit der bestehenden Website.

  2. Lückenanalyse zu WCAG 2.1 AA.

  3. Massnahmen-Roadmap (Quick-Wins + strategisch).

  4. Design-System mit Accessibility-Standards.

  5. Schulung des Teams.

  6. Accessibility-Test in Release-Prozess.

  7. Accessibility-Statement publik.

Geschäftliche Sicht

  • Markt: 15-20 % der Bevoelkerung mit Behinderung.

  • Alterung: barrierefreie Designs helfen auch Aelteren.

  • SEO-Bonus: semantisches HTML + Alt-Texte.

  • Reputations-Vorteil.

  • Mitarbeitenden-Stolz.

Anti-Patterns

  • Accessibility-Check nur einmal vor Launch.

  • Overlay-Tools als Lösung verkaufen - meist nicht WCAG-konform.

  • Prüfung nur automatisiert.

  • Accessibility-Statement falsch.

  • Compliance-Druck statt echtes Verständnis.

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