Customer Experience

Die 7 Phasen einer Customer Journey, und was in jeder wirklich passiert

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In einem Satz

Die 7 Phasen: (1) Awareness. Problem oder Marke wird wahrgenommen. (2) Consideration. Optionen werden verglichen. (3) Decision/Purchase. Kauf. (4) Onboarding. Erste Nutzung. (5) Use/Service. Laufende Nutzung. (6) Loyalty. Wiederkauf, Cross-Sell. (7) Advocacy. Empfehlung. Onboarding und Advocacy fehlen oft im 5-Phasen-Modell, und damit zwei der wichtigsten Hebel.

Die klassische Trichter-Logik (Awareness → Consideration → Purchase) endet, wo das CX-Programm anfangen sollte. Forrester-Daten zeigen: 60–80 % des Customer Lifetime Value entstehen NACH dem ersten Kauf. Wer nur die Vor-Kauf-Phasen abbildet, schaut auf die kleinere Hälfte des Geschäfts.

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Awareness · Problem oder Marke wird wahrgenommen

Auslöser ist meist ein Problem („Mein Team verliert zu viele Tickets“), nicht eine Marke. Touchpoints: Suchanfragen, Social-Posts, Mund-zu-Mund. Erfolgsfrage: Wird unser Begriffsfeld bei der Recherche gefunden? KPIs: Share of Search, Brand-Awareness-Studie.

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Consideration · Optionen werden verglichen

Der Kunde wechselt von „Was ist das Problem?“ zu „Welche Lösung passt?“. Touchpoints: Vergleichsseiten, Whitepaper, Demo, Referenzen. KPIs: Lead-Quality-Scores, Demo-to-Trial-Rate. Häufiger Pain: Marketing übergibt Lead an Vertrieb mit Kontextverlust.

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Decision / Purchase · Kauf

Der eigentliche Kaufakt, kürzeste Phase, höchste Konsequenz. B2B: Vertragsverhandlung, Procurement. B2C: Checkout. KPIs: Conversion-Rate, Cart-Abandonment, Sales-Cycle-Length. Klassischer MoT (First Moment of Truth).

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Onboarding · Erste Nutzung

Die meist unterschätzte Phase. Hier entscheidet sich, ob „Time to First Value“ erreicht wird, die wichtigste Frühindikator-Kennzahl für Retention. Bain-Studien: 50–70 % der frühen Abwanderung kommt aus mangelhaftem Onboarding. KPIs: Time-to-First-Value, Aktivierungsrate.

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Use / Service · Laufende Nutzung

Die längste Phase. Pains entstehen oft in Service-Interaktionen (Tickets, Reklamationen, Updates). KPIs: CSAT pro Service-Touchpoint, CES, Feature-Adoption. Voice of Customer und Closed-Loop-Feedback sind hier die zentralen Werkzeuge.

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Loyalty · Wiederkauf, Cross-Sell

Der Kunde bleibt, aber das passiert nicht automatisch. Loyalty-Programme, Account-Management, proaktiver Service. KPIs: Retention-Rate, Net Revenue Retention, NPS auf Relationship-Ebene. Bain: 5 % höhere Retention = 25–95 % mehr Gewinn (klassische Net-Promoter-Forschung).

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Advocacy · Empfehlung

Promotoren empfehlen aktiv weiter. Bewertungen, LinkedIn-Posts, Referenz-Calls. Diese Phase wird in 5-Phasen-Modellen weggelassen, ist aber der Wachstums-Hebel mit der besten Unit Economics: organische Akquise zu CAC nahe null. KPIs: NPS, Referral-Rate, User-Generated-Content-Volumen.

Fazit

Wie viele Schritte pro Phase?

Faustregel: 2–5 konkrete Schritte pro Phase. Mehr macht die Map unlesbar, weniger versteckt Pain Points. B2B-Journeys haben tendenziell mehr Schritte in Consideration und Decision; B2C-Journeys mehr in Use.

FAQs

Brauche ich pro Persona eine eigene 7-Phasen-Map?
Personas, die sich in Kaufanlass, Entscheidungs-Hierarchie oder Nutzungs-Intensität klar unterscheiden, verdienen eigene Maps. In B2B sind das meist Buyer und User; in B2C Erst-Käufer und Wiederkäufer.
Was, wenn meine Journey kein Onboarding hat?
P&G hat das Konzept Second Moment of Truth (SMOT) genau dafür eingeführt: Auch ein 3-Euro-Shampoo hat einen Onboarding-Moment beim ersten Aufschäumen. Wer das ignoriert, optimiert nur die halbe Journey.
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