Vereinbarkeit

Wie unterstütze ich Mitarbeitende in der Pflege von Angehörigen?

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Demografische Lage

BMG-Studie 2024: über 5 Mio Menschen in DE pflegen Angehörige. Davon 70 % berufstaetig. Durchschnittliche Pflege-Zeit pro Tag: 4-5 Stunden zusätzlich zum Job. Folgen: Stress, Krankheit, Karriere-Stop, Kündigung.

Gesetzliche Anspruchsformen

  1. PflegeZG § 2 - Kurzzeitige Arbeitsverhinderung: bis 10 Arbeitstage, mit Pflegeunterstützungsgeld der Pflegekasse.

  2. PflegeZG § 3 - Pflegezeit: bis 6 Monate voll- oder teilweise unbezahlt freistellen, Anspruch bei mehr als 15 MA.

  3. FPfZG - Familienpflegezeit: bis 24 Monate Teilzeit min. 15 h/Woche, Anspruch bei mehr als 25 MA.

  4. Zinsloses Darlehen vom BAFzA für Lebensunterhalt während Pflege-/Familienpflegezeit.

Freiwillige Massnahmen

  • Flexible Arbeitszeit ohne formale Pflegezeit-Beantragung.

  • Home-Office / Mobile Arbeit.

  • Beratungs-Angebote (interne oder externe Pflege-Beratung).

  • Notfall-Hilfe: kurzfristige Freistellung ohne Bürokratie.

  • Finanzielle Unterstützung (z. B. Pflege-Plus, Hilfen).

  • Pflege-Lotsen im Unternehmen - interne Ansprechperson.

Führungskräfte-Schulung

  • Erkennung von Pflege-Belastung (Stress-Signale).

  • Sensible Ansprache.

  • Kenntnis der gesetzlichen Ansprüchen.

  • Aufgaben-Anpassung in Pflege-Phasen.

  • Wiedereinstieg-Begleitung.

Beratung-Angebote

  1. Erstgespräch mit Vereinbarkeitsbeauftragter - Optionen klären.

  2. Pflegekassen-Beratung (kostenfrei).

  3. Pflegestuetzpunkte (gesetzlich verpflichtend in jeder Kommune).

  4. Externe Pflege-Lotsen (z. B. AWO, Diakonie, kommerziell wie Volunta).

  5. Online-Angebote (Pflege-mit-Plan, Pflege-durch-Angehörige).

Tabu-Thema abbauen

  • Pflegende sprechen selten von sich aus - Angst vor Karriere-Konsequenzen.

  • Offene Kommunikation des Unternehmens: 'wir unterstützen pflegende MA'.

  • Best-Practice-Geschichten teilen (mit Einwilligung).

  • Führungskräfte als Vorbild - selbst von Pflege erzaehlen.

  • Pflege-Lotse intern bekannt machen.

Wirtschaftliche Sicht

  • Pflegende Kündigung kostet Unternehmen 50-150 % Jahresgehalt.

  • Pflege-Belastung erhöht Krankenstand um 30-50 %.

  • Investition in Vereinbarkeit zahlt sich messbar aus.

  • Auch Wettbewerbs-Vorteil im Recruiting.

Anti-Patterns

  • Pflegende anders behandeln (Karriere-Stopp 'für das Beste').

  • Pflege-Themen ignorieren bis Eskalation.

  • Nur gesetzliche Ansprüchen erfüllen - Mindest-Standard, kein Vorteil.

  • Führungskräfte unsensibilisiert - Mitarbeitende kündigen, statt Hilfe zu fragen.

  • Keine interne Ansprechperson - Bürokratie überfordert.

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