Diversity & Inclusion

Was ist Allyship, und wie wird man wirksamer Verbündeter, ohne Performance?

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Begriff und Ursprung

Der Begriff stammt aus der US-amerikanischen LGBTQ+- und Schwarzen Bürgerrechtsbewegung der 1970er. „Ally“ = Verbündeter. Zentrale Idee: Privilegierung verpflichtet. Wer keine Diskriminierung selbst erlebt, kann aber Räume mitgestalten, in denen andere weniger erleben müssen. Allyship richtet sich gegen jede Form struktureller Diskriminierung. Sexismus, Rassismus, Ableismus, Homo-/Transphobie, Klassismus.

Die 5 Stufen wirksamen Allyships

(1) Zuhören und Lernen, bevor man redet. Bücher, Podcasts, persönliche Erzählungen. (2) Eigene Privilegien anerkennen, ohne in Schuldscham zu verfallen. (3) Den Raum teilen, in Meetings explizit nach Stimmen fragen, die nicht gehört wurden. (4) Intervenieren, sexistischen oder rassistischen Witz nicht „durchgehen lassen“. (5) Sponsoren, als Senior bewusst weniger sichtbare Talente fördern, sie in Projekte, Beförderungen, Netzwerke einbringen.

Drei konkrete Workplace-Szenarien

(a) Im Meeting unterbricht ein Kollege eine Kollegin. Ally sagt: „Lass uns Anna noch ausreden hören, sie war mitten im Punkt.“ (b) In der Besetzungsrunde wird eine Frau als „nicht durchsetzungsstark genug“ beschrieben. Ally fragt: „Welches konkrete Beispiel meinst du? Bei welchen männlichen Kandidaten haben wir Durchsetzungsstärke ähnlich kritisch geprüft?“ (c) Bei der Beförderung: Senior nennt explizit den Namen einer eher leisen Mitarbeiterin, deren Arbeit bisher unterm Radar lief. Sponsoring schlägt Mentoring.

Performative Allyship · die Falle

Rainbow-Logo zum Pride Month, schwarze Kachel auf Instagram, „Ich bin Ally“ im LinkedIn-Bio, alles legitim. Wird aber zur Performance, wenn keine Handlung dahintersteht. Faustregel: Wenn die Allyship-Geste sichtbarer ist als die jährliche konkrete Handlung, ist es Marketing. Frage zur Selbstprüfung: Welche unbequeme Entscheidung habe ich diese Woche aus Allyship-Motiven getroffen?

Allyship-Fehler, die viele machen

(1) Sprechen statt zuhören („Ich habe auch Diskriminierung erlebt, ich verstehe euch …“). (2) Erwarten, dass marginalisierte Personen einen ausbilden. Selbststudium ist eigene Pflicht. (3) Sich rechtfertigen, wenn jemand auf eine Mikroaggression hinweist. (4) Allyship als Identität tragen statt als Praxis leben. Ally ist ein Verb, kein Substantiv.

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