Warum scheitern KI-Projekte oft an der Unternehmenskultur?
Kultur als Nährboden
Die Kultur prägt, wie offen oder geschlossen ein Unternehmen auf neue Technologien reagiert. Eine experimentier-freudige Kultur sieht KI als Chance und probiert aus. Eine risikoaverse Kultur sieht KI als Bedrohung und stellt Hürden auf. Beide Reaktionen sind kulturell verankert, nicht zufällig.
Die drei Ebenen des Eisbergmodells
Edgar Scheins Eisbergmodell beschreibt Kultur in drei Schichten. Artefakte sind sichtbar: Büros, Meetings, Sprache, Tools. Werte und Normen liegen darunter: Was ist uns wichtig? Wie treffen wir Entscheidungen? Grundannahmen liegen am tiefsten: Welches Menschenbild haben wir? Wie sehen wir Veränderung? KI-Einführung berührt alle drei Ebenen.
Wo es im Konkreten knirscht
Tool-Einführung allein verändert nur die Artefakt-Ebene. Mitarbeitende nutzen das Tool, weil sie müssen, aber die Werte bleiben unverändert: Entscheidungen kommen weiter aus dem Bauch, Daten dienen als nachträgliche Bestätigung. Die Grundannahmen bleiben ebenfalls: KI bleibt suspekt. Nach drei Monaten verfallen alle in alte Muster.
Was du daraus ableitest
Plane KI-Einführung als Kultur-Projekt, nicht als IT-Projekt. Führungskräfte müssen vorbild-haft datenbasiert arbeiten. Erfolgs-Geschichten aus dem eigenen Unternehmen werden sichtbar gemacht. Wer datenbasiert entscheidet, wird anerkannt, wer es nicht tut, wird gefragt warum. So bewegen sich Werte und langfristig auch Grundannahmen.
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Andrea Grießmann
Moderatorin (u. a. WDR planet.wissen), systemischer Coach, Begleiterin durch alle thekey-Lehrgänge
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