Rhetorik & Kommunikation

Pitch in 60 Sekunden bauen, die 6 Schritte mit Mini-Template

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In einem Satz

Schritt 1: Zielgruppe und Ask festlegen. Schritt 2: Hook formulieren (Zahl, Frage, Beobachtung). Schritt 3: Wer/Was in einem Satz. Schritt 4: Für wen, konkret. Schritt 5: Was anders, die Differenzierung. Schritt 6: Konkreter Ask. Total: 60 Sekunden, 5–7 Sätze. Test: Wenn die Antwort nicht „Spannend, wie kommst du da rein?“ ist, fehlt der Hook.

Ein Elevator Pitch entscheidet nicht über den Auftrag, aber darüber, ob es ein zweites Gespräch gibt. In Investoren-Pitches, Networking-Events, internen Vorstellungen ist er das Vorzimmer aller weiteren Entscheidungen. Wer 60 Sekunden vertrödelt, bekommt keine 60 Minuten.

Die folgende Schritt-für-Schritt-Anleitung führt dich vom leeren Blatt zum fertigen Pitch. Plane 45 Minuten, und teste dann in der Praxis nach.

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Schritt 1: Zielgruppe und Ask festlegen

Bevor du formulierst, beantworte zwei Fragen: Mit wem rede ich gleich (Geldgeber, Kunde, Empfehler)? Was will ich erreichen (Folgegespräch, Empfehlung, Termin)? Ohne klaren Ask wird der Pitch zur Selbstvorstellung, und versickert.

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Schritt 2: Hook in einem Satz formulieren

Drei Hook-Typen funktionieren: (a) überraschende Zahl („87 % der Bäckereien…“), (b) Frage („Warum dauert die Onlinebanking-Authentifizierung 4 Schritte?“), (c) Beobachtung („Mir ist im Aufzug aufgefallen…“). Vermeide rhetorische Floskeln wie „Lassen Sie mich dir erzählen“.

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Schritt 3: Wer/Was in einem Satz · ohne Buzzwords

Was tust du wirklich? Erkläre es so, wie du es einem 12-Jährigen erklären würdest. „Wir bauen die Software, die Bäckereien sagt, wie viele Brötchen sie morgen brauchen.“ Nicht: „Wir liefern KI-gestützte Bedarfsprognose-Lösungen für die Lebensmittelbranche.“

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Schritt 4: Für wen · konkrete Zielgruppe

Schwammige Zielgruppen („KMU“, „Unternehmen jeder Größe“) sind Pitch-Killer. Konkret: „Filialbäckereien mit 3 bis 15 Standorten in DACH.“ Je spezifischer, desto glaubwürdiger, und desto höher die Chance, dass dein Gegenüber jemanden im Kopf hat.

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Schritt 5: Was anders · ehrliche Differenzierung

Vermeide „besser, schneller, günstiger“, das sagen alle. Differenziere über eine Methode, eine Erfahrung, einen Zugang: „Anders als Großberater sitzen wir 4 Wochen direkt in der Backstube.“ – „Mein Mitgründer ist Konditor in dritter Generation.“ Diese Sätze bleiben hängen.

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Schritt 6: Konkreter Ask · das, was fast alle vergessen

Ohne Ask versickert der Pitch in einem höflichen „Spannend“. Konkrete Asks: „Kennen Sie jemanden, mit dem ich sprechen sollte?“ – „Hätten Sie 15 Minuten nächste Woche?“ – „Darf ich dir unsere One-Pager schicken?“ Wer fragt, bekommt eine Antwort. Wer nicht fragt, bekommt keine.

Fazit

Mini-Template (60 Sekunden, 6 Sätze)

(Hook) ___. (Wer/Was) Ich helfe ___ dabei, ___ zu tun. (Für wen) Konkret für ___. (Was anders) Anders als ___, machen wir ___. (Beleg) Beispiel: ___. (Ask) Wenn ___, freue ich mich.

Testroutine

Pitche fünf Bekannten. Frage danach: (1) Was machen wir? (2) Für wen? (3) Was war besonders? Drei richtige Antworten von fünf, der Pitch sitzt. Weniger als drei, überarbeiten.

FAQs

Auswendig lernen oder frei formulieren?
Lerne die 6 Bausteine als Schlagworte: Hook → Was → Wer → Anders → Beleg → Ask. Formuliere jeden Baustein 3–5 Mal verschieden im Selbsttraining. Dann wirkt es natürlich, hat aber Struktur.
Funktioniert das auch in 30 Sekunden?
30-Sekunden-Variante: Hook → Was → Für wen → Anders → Ask. Beleg streichen. In 10 Sekunden: nur Hook + Ask („Wir helfen Bäckereien, Brötchen-Verschwendung zu halbieren. Kennen Sie jemanden?“). Mehrere Längen ständig parat haben.
Muss ich jedes Mal denselben Pitch halten?
Profi-Pitcher haben 3–5 Varianten ihres Pitches griffbereit, je nach Gegenüber. Investor-Variante: stärkere Zahl im Hook. Kunde-Variante: Schmerz aus seinem Alltag. Empfehler-Variante: Anekdote über bisherige Kunden. Gleiche Struktur, andere Worte.
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