Rhetorik

Wie gebe ich konstruktives Feedback, das ankommt?

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Warum Feedback oft schief geht

Klassische Fehler: zu spät ('über 3 Wochen aufgespart'), zu vage ('du musst kommunikativer werden'), zu wertend ('du bist arrogant'), öffentlich ('vor allen gesagt'). Folge: Abwehr, keine Lerneffekt.

Fünf Bausteine

  1. Erlaubnis: 'Darf ich dir Feedback zur Präsentation gestern geben?' Person ist im Empfangsmodus.

  2. Situation konkret: 'Gestern im Meeting um 10 Uhr, als du zu Punkt 3 kamst...'

  3. Wahrnehmung: 'Ich habe wahrgenommen, dass du Kollegin Y unterbrochen hast, als sie noch nicht fertig war.'

  4. Wirkung: 'Auf mich wirkte das, als wäre ihr Beitrag dir egal - sie hat danach nicht mehr beigetragen.'

  5. Wunsch / Frage: 'Mein Wunsch: ausreden lassen + dann Anschluss-Frage. Wie siehst du das?'

SBI-Modell

  • Situation: Wo + Wann konkret?

  • Behavior: Was hat die Person genau getan? Beobachtbar, nicht interpretiert.

  • Impact: Welche Wirkung hatte das auf andere / das Projekt?

  • Vermeidet Interpretation + Diagnose - bleibt bei Fakten + Wirkung.

Gewaltfreie Kommunikation

  1. Beobachtung statt Bewertung ('Du hast 3x das Wort genommen' statt 'Du bist Dominant').

  2. Gefühl ('Ich war frustriert').

  3. Bedürfnis ('Ich brauche das Gefühl, gehört zu werden').

  4. Bitte konkret ('Bitte gib mir 2 Min Sprechzeit ohne Unterbrechung').

Frequenz + Timing

  • Zeitnah: innerhalb 48 h, sonst verblassen Erinnerungen + Wahrnehmungen.

  • Privat: 4-Augen, nie in Gruppe.

  • Kurz: 5-10 Min, nicht 60 Min Vortrag.

  • Regelmässig: konstantes Feedback in beide Richtungen, nicht nur in Krisen.

Auch positives Feedback gehört dazu

  • Konkretes Lob ist stärker als allgemeines.

  • Verhaltens-Lob ('du hast die Wand-Sitzung mit Inhalt + Tempo geführt') statt Persönlichkeits-Lob ('du bist toll').

  • Lob/Kritik-Verhältnis 3:1 bis 5:1 in funktionierenden Teams (Heaphy + Losada).

Anti-Patterns

  • Sandwich (Lob-Kritik-Lob): Empfänger vergisst die Kritik.

  • Lange vorgehalten - Wirkung verpufft.

  • Vor Anderen - Schaem-Effekt blockiert Lernen.

  • Du-Botschaften ('Du bist...') statt Ich-Botschaften.

  • Kritik ohne Wunsch für Nächstes - Empfänger weiss nicht, was zu ändern ist.

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