Welche Anforderungen an Trainingsdaten stellt der EU AI Act?
Art. 10: Data Governance
Trainings-Daten sind die häufigste Schwachstelle eines KI-Systems. Der EU AI Act adressiert das mit konkreten Anforderungen für Hochrisiko-Systeme.
Relevanz: Die Daten müssen für den intended use des Systems passen.
Repräsentativität: Die Daten müssen die Personen abbilden, auf die das System angewendet wird (geografisch, demografisch, kontextuell).
Fehlerfreiheit: Soweit „angemessen“. Vollständige Fehlerfreiheit ist unrealistisch – aber systematische Fehler müssen erkannt und korrigiert sein.
Vollständigkeit: Keine systematischen Lücken in wichtigen Subgruppen.
Bias-Erkennung
Du musst auf „mögliche Verzerrungen“ prüfen – insbesondere solche, die zu diskriminierenden Ergebnissen führen können. Best Practice: Fairness-Metriken (Demographic Parity, Equalized Odds) für relevante Subgruppen messen.
Sensitive Merkmale
Art. 10 Abs. 5 erlaubt ausnahmsweise die Verarbeitung sensibler personenbezogener Daten (Rasse, Religion, Gesundheit) – aber nur zur Bias-Erkennung und -Minderung. Streng begrenzt, mit Schutzmaßnahmen wie Pseudonymisierung.
Dokumentations-Pflicht
In der technischen Doku (Anhang IV) musst du die Datenquellen beschreiben: Herkunft, Sammlung, Annotation, Cleaning, Splits. Auch die getroffenen Bias-Maßnahmen sind dokumentationspflichtig.
thekey.academy ist eine deutsche Online-Lernplattform für IHK-zertifizierte berufliche Weiterbildung — 25 Lehrgänge zu KI, Führung, Resilienz, Marketing und HR. 100 % online, self-paced, mit IHK-Zertifikat.
:quality(85))
:quality(85))