Wie übe ich aktives Zuhören konkret im Gespräch?
Die 3 Grundhaltungen (Rogers)
Carl Rogers formulierte 1957 drei Grundhaltungen, die wirkungsvolles Zuhören tragen: (1) Echtheit, du spielst nicht den interessierten Zuhörer, du bist es. (2) Wertschätzung, du nimmst die Person an, auch wenn du das Gesagte ablehnst. (3) Empathie, du versuchst, die innere Landkarte deines Gegenübers zu sehen, nicht deine eigene Bewertung.
Die 6 Mikro-Techniken
1. Paraphrasieren: „Habe ich richtig verstanden, dass …?“. Inhalt mit eigenen Worten zurückgeben. 2. Verbalisieren von Gefühlen: „Das klingt, als hättest du dich übergangen gefühlt.“ 3. Offene Fragen: „Wie ist das für dich?“ statt „Bist du sauer?“. 4. Pausen aushalten: 3 Sekunden Stille nach einer Antwort, meistens kommt das eigentlich Wichtige danach. 5. Nicht unterbrechen, auch nicht mit „Ja, bei mir war das auch so…“. 6. Zusammenfassen am Ende: „Drei Punkte habe ich gehört…“.
Die typischen Fallen
Falle 1: Im Kopf schon antworten formulieren. Lösung: nach dem Reden des anderen 3 Sekunden warten, dann erst denken. Falle 2: Lösungen anbieten, bevor verstanden wurde. Lösung: erst Paraphrasieren bestätigen lassen – „ja, genau so“, dann erst Optionen. Falle 3: Eigene Erfahrungen spiegeln („Bei mir war das auch…“). Das verschiebt den Fokus.
Übung für 4 Wochen
Woche 1: In einem Gespräch pro Tag nur paraphrasieren, kein eigener Inhalt. Woche 2: Eine offene Frage statt einer geschlossenen pro Meeting. Woche 3: 3-Sekunden-Pause vor jeder Antwort. Woche 4: Zum Ende jedes Gesprächs 3 Punkte zusammenfassen. Nach 4 Wochen ist es Gewohnheit.
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