Stakeholder

Wie nutze ich die Power-Interest-Matrix für Stakeholder-Management?

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Herkunft

Aubrey Mendelow (1991) hat die Matrix in Boston-University-Vorlesungen entwickelt. Heute Standard in Projekt-Management + Change-Management.

Achsen

  • Macht (Power): Fähigkeit, Projekt zu beeinflussen - formal (Hierarchie, Budget) + informal (Netzwerk, Wissen).

  • Interesse: Bezug zum Projekt - emotional + sachlich.

  • Beide Achsen auf 5er-Skala bewerten.

Quadrant 1: Hoch-Macht / Hoch-Interesse

  • Key-Player - manage closely.

  • Wer: Geschäftsführung, Sponsor, betroffene Bereichs-Leitung.

  • Strategie: regelmäßige 1-zu-1, Co-Creation, frühzeitig in Entscheidungen.

  • Frequenz: wöchentlich oder zweiwöchentlich.

Quadrant 2: Hoch-Macht / Niedrig-Interesse

  • Keep Satisfied - nicht überkommunizieren.

  • Wer: CFO bei IT-Projekt, andere Bereichs-Leitung.

  • Strategie: kurze, relevante Updates, kein Detail-Reporting.

  • Risiko: Interesse kann schnell hoch werden (z. B. bei Krise) - dann Quadranten-Wechsel.

Quadrant 3: Niedrig-Macht / Hoch-Interesse

  • Keep Informed - sie wollen wissen, was passiert.

  • Wer: betroffene Mitarbeitende, Betriebsrat.

  • Strategie: regelmäßige Newsletter, All-Hands, Beteiligungs-Formate.

  • Achtung: können Macht aufbauen über Allianzen - nicht unterschätzen.

Quadrant 4: Niedrig-Macht / Niedrig-Interesse

  • Monitor - minimale Kommunikation.

  • Wer: indirekt betroffene Bereiche.

  • Strategie: bei größeren Meilensteinen informieren.

Vorgehen

  1. Stakeholder-Long-List: alle möglichen Personen + Gruppen.

  2. Pro Stakeholder: Macht + Interesse bewerten (Team-Workshop).

  3. In Matrix einordnen.

  4. Strategie pro Stakeholder ableiten.

  5. Kommunikations-Plan mit Owner + Frequenz.

  6. Re-Bewertung alle 4-8 Wochen - Stakeholder bewegen sich.

Erweiterung: Salience-Modell (Mitchell)

  • Drei Dimensionen statt zwei: Macht + Legitimitaet + Dringlichkeit.

  • Definitive Stakeholder: alle 3 Dimensionen hoch - kritisch.

  • Weitere Typen: Dormant, Discretionary, Demanding, Dominant, Dependent, Dangerous.

  • Tieferes Modell für komplexe Settings.

Anti-Patterns

  • Keep-Informed-Stakeholder werden ignoriert - bauen Macht über Allianzen auf.

  • Key-Player nur formal, nicht emotional eingebunden.

  • Statische Matrix - wird nicht aktualisiert.

  • Stakeholder-Bewertung ohne Daten - Bauchgefühl-Fehler.

  • Quadranten-Wechsel nicht erkannt - Sponsor schläft ein.

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