Change Management

Stakeholder-Map in 5 Schritten erstellen · mit Vorlage

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In einem Satz

5 Schritte: (1) Stakeholder identifizieren (Brainstorming, ≥ 20 Personen/Gruppen). (2) Einfluss und Betroffenheit bewerten (je 1–5). (3) Auf Macht/Interesse-Matrix einordnen (Mendelow). (4) Pro Person/Gruppe Ist- und Ziel-Haltung markieren (Promotor, Skeptiker, Bremser, Opponent). (5) Maßnahmen ableiten und Verantwortliche benennen. Tool: einfaches Whiteboard oder Miro reicht. Wichtig: Die Map ist ein lebendes Dokument, alle 6–8 Wochen aktualisieren.

Ohne Stakeholder-Map fliegen Change-Projekte blind. Du erfährst zu spät, wer beleidigt wurde, weil er nicht eingebunden war, oder warum eine Abteilung sabotiert. Mit Map: Du siehst auf einer A3-Seite, wo die Kraft liegt und wo das Risiko.

Standard-Referenz für die Matrix-Logik ist Mendelow (1991, Power/Interest Grid). Praktisch erprobt von tausenden Change-Projekten. Die folgenden 5 Schritte sind die effiziente Variante für die meisten Mittelstands-Cases.

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Schritt 1 · Stakeholder identifizieren

Brainstorming in der Leitkoalition. Ziel: mindestens 20 einzelne Personen oder definierte Gruppen. Faustregel: Wer ist betroffen? Wer hat Einfluss? Wer hat Erfahrung mit ähnlichen Themen? Wer hat formale Macht? Wer hat informelle Macht (Meinungsführer)? Nicht vergessen: Betriebsrat, Kunden, Partner, Behörden, je nach Projekt.

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Schritt 2 · Einfluss und Betroffenheit bewerten

Pro Stakeholder zwei Werte: EINFLUSS (1–5: Wie sehr kann diese Person den Erfolg fördern oder verhindern?) und BETROFFENHEIT (1–5: Wie stark ändert der Change ihren Alltag?). Diese Bewertung am besten zu zweit machen, eine Person allein hat blinde Flecken. Wichtig: Einfluss ≠ Hierarchiestufe. Eine erfahrene Sachbearbeiter mit 25 Jahren Firmen-Wissen hat oft mehr Einfluss als ein neuer Bereichsleiter.

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Schritt 3 · In Mendelow-Matrix einordnen

Die klassische 2x2: Hoher Einfluss × hohes Interesse → KEY PLAYERS (eng managen). Hoher Einfluss × niedriges Interesse → KEEP SATISFIED (informiert halten, nicht überfordern). Niedriger Einfluss × hohes Interesse → KEEP INFORMED (Newsletter, Town-Hall). Niedriger Einfluss × niedriges Interesse → MONITOR (gelegentlich beobachten). Die meiste Energie geht in das obere rechte Feld, typischerweise 6–10 Personen.

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Schritt 4 · Ist-Haltung und Ziel-Haltung markieren

Pro Stakeholder zwei Pfeile auf einer Skala von Opponent (-2) bis Macht-Promotor (+2). IST: Wo steht er/sie heute? ZIEL: Wo muss er/sie in 3 Monaten stehen, damit das Projekt funktioniert? Realistisch bleiben: Ein Opponent wird selten zum Promotor, meist reicht „neutralisiert“. Diese Differenz Ist→Ziel macht den Maßnahmen-Bedarf sichtbar.

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Schritt 5 · Maßnahmen ableiten und Verantwortliche benennen

Pro Stakeholder eine konkrete Maßnahme: „Wer redet bis wann mit wem worüber?“ Beispiel: „COO bis 30. Mai mit Vertriebsleiter. Bedenken zu CRM-Pflege adressieren, neue Bonus-Logik vorstellen.“ Verantwortliche benannt, Datum gesetzt, Ergebnis im nächsten Status-Termin reviewen. Ohne dieses letzte Stück bleibt die Map dekorativ.

Fazit

Pflegerhythmus

Die Map wird alle 6–8 Wochen in 60 Minuten überprüft: Welche Stakeholder haben sich verschoben? Welche Maßnahmen wurden umgesetzt? Welche neuen Personen sind aufgetaucht (z. B. nach Reorg)? Diese Termine sind nicht verhandelbar, sonst veraltet die Map und wird ignoriert.

Vertraulichkeit

Wichtig: Eine Stakeholder-Map ist sensibel. Sie enthält Bewertungen über Personen. Sie gehört NICHT ins offene SharePoint. Zugriff nur Leitkoalition + ggf. Sponsor. Bei externer Beratung: Cloud-Tool mit Zugriffsrechten, nicht im allgemeinen Projektordner.

FAQs

Wie viele Stakeholder gehören auf die Map?
Für die Steuerung reichen 20–40 individuelle Einträge. Größere Gruppen (z. B. „Sachbearbeitung Norddeutschland“) als Gruppe eintragen, nicht jede Person einzeln. Sobald man jede Person managen will, scheitert die Map an Komplexität.
Was, wenn die Map intern bekannt wird?
Sachliche Formulierung als Schutz: „Skeptisch wegen Bedenken zur Mehrbelastung“ statt „blockt aus Egoismus“. Wenn die Map versehentlich öffentlich wird und sachlich ist, ist der Schaden begrenzt. Wenn sie wertend und persönlich ist, gibt es Krise.
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