Was ist ein Management-Review im Qualitätsmanagement?
Pflicht der obersten Leitung
Die ISO 9001 fordert in Kapitel 9.3 explizit, dass die oberste Leitung das QMS regelmäßig bewertet. „Regelmäßig“ bedeutet mindestens einmal jährlich. In der Praxis wird die Vorbereitung oft an QM-Beauftragte delegiert, die Bewertung selbst muss aber durch die Leitung erfolgen, mit dokumentiertem Output.
Pflicht-Inputs
Status früherer Reviews (was wurde umgesetzt?), Audits intern und extern, Kundenfeedback und Reklamationen, Lieferantenbewertungen, Prozess-Leistungsdaten, Ressourcen-Adäquatheit, Wirksamkeit von Maßnahmen, Verbesserungspotenzial. Diese strukturierte Datenbasis verhindert Bauchgefühl-Bewertungen.
Pflicht-Outputs
Entscheidungen zu: Verbesserungs-Möglichkeiten, Änderungen am QMS, Ressourcen-Bedarf. Diese Outputs müssen dokumentiert sein und in konkrete Maßnahmen mit Termin und Verantwortlichen münden. Reviews ohne Folge-Aktionen sind Compliance-Theater und werden bei Audits kritisch hinterfragt.
Praxis-Format
Halbtages-Workshop mit Geschäftsführung, QM-Beauftragten, Prozess-Eignern. Strukturierte Agenda nach Pflicht-Inputs. Vorbereitung 1 bis 2 Wochen vorher (Datenaufbereitung). Protokoll mit klaren Aktionen. In großen Organisationen oft als 2-3-stufiger Prozess: Bereich-Reviews → Konzern-Review. Wichtig: ehrliche Bewertung statt Schönfärberei.
Workshop-Format und Tools
Praktisches Workshop-Format für Management-Review: 1 Halbtag, max. 8 Teilnehmer. Vorbereitung 2 Wochen vorher (Daten-Aufbereitung durch QM-Beauftragte). Tools: standardisierte Templates (Vorlagen DIN ISO 9001), Mentimeter für Live-Voting bei Priorisierungen, Protokoll-Software (z.B. Decimal) für Aktions-Tracking. Wichtig: Protokoll wird nach 1 Woche an alle Teilnehmer verteilt mit klaren Verantwortlichen.
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