Qualitätsmanagement

Internes Audit durchführen, die 6 Schritte vom Plan bis zur Wirksamkeitsprüfung

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In einem Satz

1. Audit-Programm planen. 2. Einzel-Audit vorbereiten (Plan + Checkliste). 3. Eröffnungsgespräch. 4. Audit-Durchführung vor Ort (Stichproben, Interviews, Beobachtung). 5. Abschlussgespräch + Bericht. 6. Wirksamkeitsprüfung der Korrekturmaßnahmen.

Diese Anleitung ist die Umsetzung der ISO 19011 (Leitfaden zur Auditierung von Managementsystemen) für interne Auditoren in der Praxis. Sie passt für ISO 9001, 14001 und 45001 gleichermaßen.

1

Audit-Programm planen (jährlich)

Zu Jahresbeginn: alle Prozesse listen, je Prozess Risiko + Audit-Bedarf bewerten (1× jährlich, 1× pro Zyklus). Termine für jedes Audit reservieren, Auditor zuordnen (Unabhängigkeits-Prinzip). Ergebnis: tabellarischer Audit-Plan, von der GF genehmigt.

2

Einzel-Audit vorbereiten (2–4 Wochen vorher)

Audit-Auftrag an Prozessverantwortliche per Mail: Datum, Scope, voraussichtliche Dauer, Themen. Vorab-Unterlagen anfordern (Prozessbeschreibung, KPI der letzten 12 Monate, offene Korrekturmaßnahmen). Audit-Checkliste erstellen mit 15–25 Leitfragen entlang Norm-Anforderungen und prozess-spezifischen Risiken.

3

Eröffnungsgespräch (15 Minuten)

Zu Beginn mit Prozessverantwortlichen + Schlüsselpersonen: Ziel und Scope wiederholen, Tagesablauf abstimmen, Vertraulichkeit zusichern, Sicherheitsregeln (bei Vor-Ort-Audit). Aufschreiben: wer ist verfügbar, welche Räume + Zugänge stehen bereit, wer ist Eskalations-Kontakt.

4

Audit-Durchführung · Stichproben + Interviews

Stichprobengröße: 5–8 Belege pro Anforderung. Drei Datenquellen kombinieren: (1) Dokumente (Aufzeichnungen, Aufträge, Prüfprotokolle), (2) Interviews (mit Sachbearbeitern, nicht nur Vorgesetzten), (3) direkte Beobachtung am Arbeitsplatz. Gemba-Prinzip: zum Ort des Geschehens gehen, nicht im Büro auditieren. Findings sofort dokumentieren, mit Beleg-Nummer.

5

Abschlussgespräch + Bericht

Am Audit-Ende mit Prozessverantwortlichen: Stärken zuerst benennen, dann Findings (Hauptabweichung, Nebenabweichung, Hinweis) mit Norm-Verweis. Keine Überraschungen, falls eine Hauptabweichung droht, bereits während des Audits ankündigen. Bericht schriftlich binnen 2 Wochen, mit Vorschlag für Korrektur-Fristen.

6

Wirksamkeitsprüfung (nach 3–6 Monaten)

Korrekturmaßnahmen sind nicht abgeschlossen, wenn sie eingeleitet wurden, sondern wenn sie wirksam sind. 3–6 Monate nach Maßnahme-Umsetzung: erneut Stichprobe ziehen, ist die Abweichung wirklich verschwunden? Erst dann Maßnahme schließen. Audit-Trail dokumentieren, wird im externen Audit geprüft.

Fazit

Wer diese 6 Schritte einhält, liefert das interne Audit, das die ISO 9001 in Kap. 9.2 wirklich meint: ein Lerninstrument, kein Verhör. Externe Auditoren erkennen einen reifen internen Audit-Prozess in den ersten 30 Minuten, und kürzen den eigenen Audit-Aufwand entsprechend.

FAQs

Wie lang dauert ein einzelnes internes Audit?
Faustregel: pro Prozess-FTE etwa 30–60 Minuten Audit-Zeit vor Ort. Plus Vor-/Nachbereitung in derselben Größenordnung. Wer schneller ist, hat zu wenig auditiert, wer länger braucht, hat unklare Audit-Ziele.
Darf ich als interner Auditor gleichzeitig Prozessverantwortlicher in einem anderen Bereich sein?
Cross-Audits sind in KMU der Standard: der Vertriebsleiter auditiert die Produktion, der Produktionsleiter auditiert den Einkauf. Solange keine direkte Berichtslinie und kein eigenes Verantwortungs-Interesse vorliegt, ist Unabhängigkeit erfüllt.
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