Was sind GPAI-Modelle nach EU AI Act?
Definition
Ein GPAI-Modell ist nach Art. 3 Nr. 63 ein KI-Modell, das auf einer großen Datenmenge trainiert wurde, sich für eine breite Palette von Aufgaben eignet und in viele nachgelagerte Systeme integriert werden kann.
Beispiele: GPT-4, GPT-4o (OpenAI), Gemini Ultra/Pro (Google), Claude (Anthropic), Llama 3 (Meta), Mistral Large.
Pflichten ab 2.8.2025
Technische Dokumentation des Modells (Art. 53).
Information für nachgelagerte Anbieter über Capabilities und Limitations.
Trainings-Daten-Zusammenfassung veröffentlichen (Art. 53 Abs. 1 d).
Copyright-Compliance: keine Werke ohne Einwilligung im Training.
Verschärfung bei systemischem Risiko
GPAI-Modelle mit mehr als 10²⁵ FLOPs Trainingscompute gelten als „systemisch risikoreich“ (Art. 51). Aktuell betroffen: GPT-4, Gemini Ultra, Claude 3.5 Opus. Zusätzliche Pflichten:
Modell-Evaluation gegen Risiken (Adversarial Testing).
Incident-Reporting an EU-AI-Office.
Cybersecurity-Schutz des Modells.
Energie-Verbrauch berichten.
Was das für dich bedeutet
Wenn du GPAI-Modelle nutzt (Standard-Fall bei ChatGPT, Copilot, Gemini): Du bist Anwender, nicht Anbieter. Deine Pflichten richten sich nach dem System, das du baust – nicht nach dem Modell. Aber: Du musst die Anbieter-Dokumentation lesen und in deinem System berücksichtigen.
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