Welche Audit-Arten gibt es im Qualitätsmanagement?
Die drei Standard-Audit-Arten
First-Party-Audit (interne Audits): eigene Mitarbeitende prüfen den eigenen Betrieb. Pflicht in jedem ISO-9001-System. Mindestens jährlich pro Prozess.
Second-Party-Audit: Kunden auditieren ihre Lieferanten ODER Lieferanten ihre Sub-Lieferanten. Vor Auftragsvergabe oder bei kritischen Lieferketten.
Third-Party-Audit: unabhängige Zertifizierungs-Stellen (TUEV, DEKRA, DQS). Voraussetzung für Zertifikate (ISO 9001, ISO 14001 etc.).
Special-Audit-Typen
Compliance-Audit: Prüfung gegen gesetzliche/regulatorische Anforderungen (DSGVO, KI-VO, HGB, etc.).
Forensik-Audit: investigativ, bei Verdacht auf Betrug oder Fehlverhalten. Mit Beweissicherung.
Prozess-Audit: spezifisch für einen Prozess, oft nach 8D-Report-Reklamation.
System-Audit: gesamtes QM-System, oft als Re-Zertifizierungs-Vorbereitung.
Produkt-Audit: einzelne Charge oder Produkt-Familie auf Qualitäts-Konformität.
Auditor-Anforderungen
Auditor muss unabhängig sein vom auditierten Prozess. In kleinen Unternehmen schwierig: dann Kreuz-Audits (Marketing auditiert HR, HR auditiert Sales etc.).
Audit-Phasen
Vorbereitung: Auditplan, Checkliste, Dokumenten-Sichtung.
Eröffnungs-Gespräch: Ziel klären, Vertrauensbasis schaffen.
Durchführung: Interviews, Beobachtung, Dokumenten-Prüfung.
Abschluss-Gespräch: Findings vorstellen, Klassifizierung Beobachtung/Hinweis/Abweichung.
Bericht: schriftliche Dokumentation mit Termin für Korrekturmassnahmen.
Follow-up: Nachverfolgung der Korrekturen.
Findings-Klassifizierung
Beobachtung: kein Mangel, aber Verbesserungs-Potenzial.
Hinweis: kleinere Abweichung von Soll-Standard.
Abweichung: signifikanter Mangel, muss korrigiert werden.
Critical Non-Conformity: Zertifikats-Verlust droht, sofortige Korrektur.
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