Scrum

Wie unterstütze ich ein toxisches Team als Scrum-Master?

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Was 'toxisch' bedeutet

Wiederholtes Verhalten, das andere abwertet, demotiviert oder Sicherheit zerstört: öffentliche Herabwürdigung, passiv-aggressive Sprache, Mobbing, Sabotage, Diskriminierung. Klare Abgrenzung zu Konflikt (normal + produktiv) nötig.

Erkennen

  • Mitarbeitende sprechen weniger in Retros.

  • Eine Person dominiert + andere schweigen.

  • Kritik geht persönlich, nicht sachlich.

  • Ausschluss-Verhalten (Lunch, Inside-Witze).

  • Krankenstand bei bestimmten Personen steigt.

  • Talent kündigt mit Bezug auf bestimmte Person.

Schritt 1: Sicherheit herstellen

  1. Retro-Regeln + Vertraulichkeit explizit.

  2. Anonymes Format (Mentimeter, Whiteboard).

  3. 1-zu-1-Gespräche mit Team-Mitgliedern (separat).

  4. Patterns sammeln - was wird wiederholt erwaehnt?

  5. Sofort eingreifen bei sichtbarem Vorfall.

Schritt 2: Verhalten benennen

  • Konkrete Beobachtung, nicht Pauschal-Vorwurf.

  • 'Ich habe wahrgenommen, dass...' statt 'Du bist toxisch'.

  • Sachlich bleiben, nicht emotional reagieren.

  • In 4-Augen-Setting zunächst.

  • Wirkung auf Team beschreiben.

  • Auftrag zur Verhaltens-Aenderung formulieren.

Schritt 3: Spielregeln definieren

  1. Team-Workshop zu Verhaltens-Standards.

  2. Werte + erwartete Verhalten konkret.

  3. Sanktionen bei Wiederholung.

  4. Gemeinsam committen.

  5. Sichtbar machen (Team-Board, Wiki).

  6. Quartals-Review der Spielregeln.

Schritt 4: Externe Hilfe

  • Externes Team-Coaching.

  • Mediation bei zwei eskalierten Personen.

  • HR-Eskalation bei Wiederholung.

  • Schulung in Konflikt-Management.

  • Psychologische Unterstützung (EAP).

Wenn der Toxische die Führungskraft ist

  • Schwieriger, aber nicht unmöglich.

  • Skip-Level-Gespräch mit deren Vorgesetzter.

  • Anonymes Feedback (360, Engagement-Survey).

  • Externe Coaching-Empfehlung.

  • Im Extrem: Wechsel oder Trennung der Person.

Wenn der Toxische Top-Performer ist

  • Versuchung: tolerieren wegen Leistung.

  • Aber: kostet langfristig mehr (Fluktuation, Engagement, Kultur).

  • Klare Erwartung: Leistung + Verhalten beides Pflicht.

  • Anpassung oder Trennung.

  • Standfest sein.

Prävention

  1. Recruiting-Verfahren mit Cultural-Fit-Prüfung.

  2. Onboarding mit klaren Verhaltens-Standards.

  3. Regelmäßige Schulung (Diversity, Konflikt, Feedback).

  4. Vertrauens-Personen + Beschwerde-Mechanismus.

  5. Engagement-Surveys mit Mobbing-Items.

Rechtliche Aspekte

  • Fürsorgepflicht § 618 BGB.

  • AGG bei Diskriminierungs-Bezug.

  • BetrVG bei Betriebs-Rat.

  • Dokumentation aller Schritte.

  • Bei Klagen: Beweise wichtig.

Anti-Patterns

  • Toleranz wegen Leistung.

  • Ignorieren in der Hoffnung, dass sich's gibt.

  • Pauschal-Vorwurf statt konkrete Beobachtung.

  • Opfer versetzt statt Verursacher.

  • Kein Follow-Up nach Maßnahme.

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