Wie lobst du Mitarbeitende richtig?
Lob 1: Spontan statt programmiert
Wenn eine Führungskraft im Meeting die Agenda abarbeitet und „Übrigens, danke für die Überstunden" zwischen Punkt drei und vier setzt, ist die Wirkung null. Mitarbeitende merken sofort, dass das Lob geplant war. Besser: Du machst dir vorab eine Notiz, was du sagen willst, aber bringst es spontan an einer Stelle, wo es inhaltlich passt.
Lob 2: Individuell statt pauschal
„Ihr alle habt das gut gemacht" ist kein Lob. Es ist eine Höflichkeitsfloskel. Echtes Lob hebt eine konkrete Person hervor: „Anna, deine Recherche zu Wettbewerber X war ausschlaggebend für unsere Entscheidung." Das gibt der Person Sichtbarkeit und ist ein Signal an alle anderen, dass individuelle Beiträge wahrgenommen werden.
Lob 3: Spezifisch statt generell
Generelles Lob klingt wie „toller Vortrag". Spezifisches Lob beschreibt eine konkrete Beobachtung: „Dein fester Stand über die ganzen 20 Minuten gab dem Vortrag Solidität, und die rhetorischen Pausen hast du sehr gezielt gesetzt." Spezifisches Lob zeigt, dass du wirklich hingesehen hast. Das ist der Unterschied zwischen einer Floskel und echter Wertschätzung.
Lob 4 + 5: Außergewöhnlich + ermunternd
Wenn der Chef jedes Jahr die Weihnachtsrede mit Lob beginnt, wirkt das nicht mehr. Variiere Anlass, Format und Ort. Ein handgeschriebener Zettel auf dem Schreibtisch nach einem schwierigen Kundentermin wirkt zehnmal stärker als ein Standard-Email-Kompliment. Und: Gutes Lob ermuntert zum Weitermachen. Schließe nicht ab mit „weiter so", sondern öffne mit „ich freue mich darauf, was du als Nächstes versuchst".
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