Wie identifizierst du die Ziele deiner Mitarbeitenden?
Warum die meisten Zielfindungen schiefgehen
Wenn du Mitarbeitende fragst „Was sind deine Ziele?", bekommst du meist drei Reaktionen: Schweigen, vage Karriere-Floskeln oder Job-bezogene Wünsche. Das Problem ist nicht die Person, sondern die Frage. Sie ist zu groß und gibt keine Struktur. Mit dem Haben-Sein-Tun-Modell wird das Gespräch konkret und produktiv.
Die drei Zieltypen erklärt
Haben-Ziele sind alles, was jemand besitzen oder erreichen will: ein Haus, ein Auto, finanzielle Sicherheit, ein bestimmter Lebensstandard. Auch immaterielles fällt darunter, Gesundheit, eine Familie, ein stabiles Netzwerk. Die Frage dahinter: Was möchtest du in deinem Leben haben?
Sein-Ziele beschreiben Identität und Selbstbild. Wer möchte die Person sein? Eine kompetente Fachkraft, eine inspirierende Führungspersönlichkeit, eine gute Mutter, eine respektierte Expertin. Die Frage: Was möchtest du in deinem Leben werden?
Tun-Ziele sind konkrete Aktivitäten und Erlebnisse. Eine Sprache lernen, einen Marathon laufen, ein Buch schreiben, ein Projekt zum Erfolg führen. Die Frage: Was möchtest du in deinem Leben tun?
So nutzt du das Modell im 1:1-Gespräch
Bereite das Gespräch vor, indem du die drei Kategorien vorab erklärst. Bitte deine Mitarbeitenden, sich pro Kategorie zwei bis drei Ziele zu notieren, gerne auch außerhalb des Berufs. Im Gespräch fragst du dann nach Prioritäten und Hindernissen. Du erkennst schnell, wo Arbeitsinhalte mit echten Lebenszielen verbinden und wo Reibung entsteht.
Das ist keine Therapie und keine Indiskretion. Du fragst nur, was die Person freiwillig teilen möchte. Aber wer ihre Tun-Ziele kennt, kann passende Projekte zuteilen. Wer ihre Sein-Ziele kennt, kann Entwicklungspfade vorschlagen. Und wer ihre Haben-Ziele kennt, versteht ihre Verhandlungsposition bei Gehaltsgesprächen.
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