Was tun bei einer Google-Fonts-Abmahnung?
Was die Abmahnung ist
Seit dem Urteil des LG München I (3.1.2022, Az. 3 O 17493/20) ist klar: wer Google-Fonts über Googles CDN nachlaedt, übermittelt die IP-Adresse der Webseite-Besucher an Google in den USA. Ohne Einwilligung ist das ein DSGVO-Verstoss.
Was Abmahner fordern
Schadensersatz: 100-500 EUR je betroffener Webseite-Besuch.
Anwaltskosten der Gegenseite: typisch 500-1500 EUR.
Unterlassungserklärung: rechtsbindende Zusage, in Zukunft konform zu sein.
Drohung mit Klage falls nicht binnen 2-4 Wochen reagiert.
Was du sofort tun solltest
NICHT sofort zahlen. Viele Massen-Abmahnungen sind anfechtbar oder überhoeht.
Anwalt für IT-/Datenschutz-Recht einschalten (200-400 EUR Erstberatung).
Google-Fonts auf der Webseite überprüfen + auf lokales Hosting umstellen.
Unterlassungserklärung prüfen - modifizierte Version unterschreiben (ohne überzogene Strafen).
Auf Forderung antworten innerhalb der Frist, aber nicht in Panik.
Google-Fonts lokal hosten
Statt @import-Verweis auf fonts.googleapis.com: Fonts herunterladen und im eigenen Server-Verzeichnis ablegen. Tools wie google-webfonts-helper.herokuapp.com automatisieren das. Effort: 1-2 Stunden pro Webseite.
Wann anfechten lohnt
LG Bonn (2023) hat eine Massenabmahnung als rechtsmissbraeuchlich beurteilt - keine Schadensersatzansprueche. Wer von einer Massen-Abmahnungswelle betroffen ist, hat oft gute Chancen vor Gericht. Anwalt-Konsultation wert.
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