Zeit- und Selbstmanagement

Warum ist Multitasking schädlich und wie schaffe ich es zu vermeiden?

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Was im Gehirn beim Switchen passiert

Der präfrontale Cortex kann nur eine bewusste kognitive Aufgabe gleichzeitig verarbeiten. „Multitasking“ bedeutet: der Arbeitsspeicher wird in 0,1 Sekunden geleert und mit neuem Kontext gefüllt. Diesen Wechsel nennen Neurowissenschaftler „Attention Residue“ (Sophie Leroy, 2009): nach jedem Wechsel bleibt ein Teil der Aufmerksamkeit bei der vorigen Aufgabe hängen, bis zu 23 Minuten lang.

Die 4 Multitasking-Fallen im Büro

1. Slack/Teams-Pop-ups während Fokusarbeit. 2. Mail-Tab dauerhaft geöffnet. 3. Telefon mit Nachrichten in Sichtweite. 4. „Quick calls“ während eines anderen Tasks. Jede dieser vier Fallen produziert 50–200 Mikro-Switches pro Tag.

Monotasking · die 5-Schritte-Routine

1. Eine Aufgabe schriftlich definieren („Angebot Müller fertig stellen“). 2. Alle anderen Tabs/Apps schließen, wirklich schließen, nicht minimieren. 3. Telefon stumm + außer Sichtweite (Schublade). 4. Slack-Status „Fokus“, Benachrichtigungen aus. 5. 60–90 Min am Stück. Erst dann: Mail/Slack in einem 15-Min-Block checken.

„Aber ich muss erreichbar sein“

In den allermeisten Wissensarbeits-Jobs stimmt das nicht. Echte Notfälle kommen via Telefon (das stumm sein darf, aber nicht aus). Vereinbare mit dem Team feste Antwortzeiten: „Slack-Antworten innerhalb von 2 Stunden“ ist meist völlig ausreichend und gibt jedem 3–4 Fokus-Fenster pro Tag zurück.

Trainings-Plan für 4 Wochen

Woche 1: 1× täglich 25-Min-Pomodoro ohne Unterbrechung. Woche 2: 2× täglich 50-Min-Block. Woche 3: 1× Vormittag „Deep-Work-Slot“ 90 Min ohne Mail/Slack. Woche 4: Standard-Tag mit 2× 90-Min-Blöcken + 3× 15-Min-Kommunikations-Fenstern. Nach 4 Wochen ist Monotasking Gewohnheit.

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